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Intelligenz-Blatt der freien MM Frankfurt, ^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der Hiesigen Staatsbehörden, Ks||O^^

und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. r<^Ä^

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 128. Samstag den 31. Mai 1862.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 31. Mai. (Zur Situation.) „Die mexikanische Angelegen­heit", sagt ein gutunterrichtetes Preußisches Blatt in einem längeren Artikel aus Mexiko, „wird in den letzten Wochen vielfach irrig beurtheilt. Vom Standpunkte des R e chts aus, behauptet man, daß Frankreich den Vertrag von London, der das Vor­schreiten der drei Seecabinette bestimmte, gebrochen hat, und ebenso nachher die durch die drei Feldherren der verbündeten Truppen geschlossene Convention von Soledad eben­falls verletzt habe; vom Standpunkte der Politik behauptet man, einerseits daß Frank­reich in Mexiko mit eroberungsschwangeren Plänen sich herumtrage, und andererseits, daß es für einen fremden Fürsten im Gebiete der Cortez und der Pizarro eine consti- tutionelle Monarchie gründen wolle. So viel Irrthum als Worte! Nachdem über 20 Jahre lang der französische Handel und die französischen Bürger in Mexiko auf alle Weise beeinträchtigt worden, und Letztere nicht allein allen Erpressungen, sondern auch häufigen Mißhandlungen und Ermordungen preisgegeben waren, wurde vor einigen Jahren eine Art Punktation mit Mexiko geschlossen, kraft deren die verletzten Interessen gewisse bestimmte Entschädigungen zu beanspruchen autorisirt worden waren. Dieselben Verpflichtungen waren gegen Spanien und gegen England eingegangen worden. Da nun aber Mexico keinem dieser drei Cabinette sein Wort hielt, die Unterdrückungen und die Morde aber von Neuem und häufiger als vorher sich wiederholten, schlossen die drei Seecabinette zu London einen Vertrag ab, der zum Zwecke hatte, mit den Waffen von der mexikanischen Regierung Satisfaction zu fordern; es wurde festgestellt, daß die Kriegs­operationen zu gleicher Zeit und combinirt stattfiuden sollten, auch bestimmte der Tractat, daß keine von den verbündeten Mächten für sich vermittelst der Krieasoperationen eine» Einfluß im Innern des Landes zu gewinnen suchen sollte, welcher der Unabhängigkeit der mexikanischen Nation zu nahe treten dürfte. Man behauptet nun zwar in der letzten Zeit, daß Frankreich den Vertrag von London gebrochen habe, aber in Wirklichkeit hat Spanien am allerersten den Vertrag gebrochen, indem es seinen Armeetheil unter dem Befehle des radikalen, mit einer Mexikanerin verheiratheten und mit vielem Reichthum in Mexiko gesegneten Generals Prim sechs Wochen vor der bestimmten Zeit nach Mexiko schickte, und die Stadt Veracruz einseitig in Besitz nahm. Als nun die Franzosen und die Engländer später nachkamen, schlug ihnen die mexi­kanische Regierung, die unterdeß vollkommen Zeit gehabt hatte, sich mit dem fpanisch-mextcanischen Feldherrn zu verabreden, eine neue Conferenz vor, Die