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Intelligenz-Blatt der freien Madi Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

J£ 99. Samstag den 26. April 1862.

Abonnements auf das Intelligenz- und Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten werden täglich zu ermäßigtem Se- mester-Preife von der Expedition angenommen.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 26. April. (Die unterirdische Eisenbahn in London.) Wenn es, wie zweifellos, ein wichtiger Tag war, an dem die Panzerschiffe „Merrimac" und „Monitor" an einander geriethen, so wird, aller Wahrscheinlichkeit nach, der jüngste Sonntag kaum minder epochemachend werden, an dem die neueste Schöpfung LonSonS, die „unterirdische Eisenbahn" zuerst befahren wurde. Wie von jenem Kampfestage ab ein neues Zeitalter des Schiffbaues und der Seekriegführung, vielleicht der Kriegfüh­rung überhaupt, dattren wird, so von dieser ersten unterirdischen Eisenbahnfahrt an eine neue Epoche deS Verkehrs, sicherlich deS Straßenverkehrs in großen Städten. Die Fahrt, die stattfand, war erst eine allervorläufigste Probefahrt : Rollwagen statt der WagzonS, Pferdevorspann statt der Locomotiven, Laternen und Fackeln statt Gaslicht, aber eS war dennoch eine unterirdische Fahrt und daS ist die Hauptsache. Diese „Tunnelstraße", wie man sie einfach nennen kann, befindet sich auf der Nord- oder Middlesex-Seite der Stadt London, steigt bei Farringdon-Street, also an der Grenze der City (nicht weit von der Post, von Newgate, Ludgate-Hill, Times-Redaction u. s. w.) in die Tiefe und läuft von da aus etwa 5 englische Meilen lang in westnordwestlicher Richtung bis nach dem Paddington-Bahnhof. Die ersten Reisenden oder Passagiere, die diesen Tunnel in 20 mit Stroh aufgelegten Wagen befuhren, hatten mit Unbequemlichkeiten zu kämpfen: die Luft (einige hatten sogar schlagende Wetter prophezeit) war dumpfig, naßkalt und namentlich hatt« die Klarmachung des Wege-, di« Hinwegräumung von Balken, Stangen und zahllosem Arbeitsgeräts, große Schwierigkeiten geboten; nichts desto weniger ging alle- ohne Unfall und Störung vorüber, und die erste unter­irdische Straße London-, ist zum ersten Mal glücklich befahren worden. Die Sache erscheint in dieser Wunderzeit der Technik und Mechanik, wo sich die Sinne an Blen- dendtS, an Ungeheuerliche- beinahe gewöhnt haben, kleiner und geringfügiger, als sie in Wahrheit ist ; denn eS läßt sich mit einem hohen Grade von Wahrscheinlichkeit Voraus­sagen, daß die „unterirdischen Straßen" (dieser ersten werden natürlich andere auf den HaupiverkthrSlinien Londons folgen) der Erscheinung, wie dem ganzen öffentlichen Leben London- eine durchaus veränderte Gestalt geben werden. Zu dem alten Löndonverkehr,