Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Blatt

der freie» Stadt Frankfurt, ^, verbunden mit dem ?lmtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, ââM^^W,^

und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

--»imwwHWWWH»»--

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Jtë 95. Dienstag den 22. April

1862.

Abonnements auf das Intelligenz- und Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten werden täglich, oder vom 1. April beginnend, zu ermäßigtem Semester-Preise von der Expedition angenommen. _______

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 22. April. (Zur Situation.) Vier Parteien sind es, die sich in die Zukunft Griechenland« theilen möchten; wie stark sie sind, welche Mittel sie besitzen, das find schwer zu beantwortende Fragen. Es hat sich in der neuesten Zeit eine Partei gebildet, welche ihr Programm überschrieben hat: „Griechenland ver­einigt mit den ionischen Inseln, Eptru«, Albanien und Kreta unter einem englischen Prinzen." Dafür arbeiten die englischen und nordamerikanischen Missionäre, eine kleine Partei auf den jonischen Inseln und in Athen. Ein andere Partei, alt und griechisch- orthodox, träumt von einem Prinzen Leuchtenberg, welcher Griechenland außer seiner Glaubens-Identität auch einen bedeutenden Zuwachs an Provinzen als Morgengabe überbringen würde. Er sollte sich noch überdieß mit einer englischen Prinzessin ver­mählen, um des Schutzes zweier Schutzmächte sicher zu sein. Die Jugend, die Advo­katen und andere schwärmen für Prinz Napoleon, um ihn als Kaiser des griechischen Reiches zu haben. Griechenland bis an die Donau, mit Konstantinopel, vielleicht noch einige Donausülstenthümer und Extremitäten des österreichischen Kaiserstaates, etwas Kleinasien und was sonst noch an Inseln und csiatischen und afrikanischen Statthalter­schaften aufzufinden ist. Die letzte Partei ist aber diejenige, für welche der Chef der Rebellion in Nauplia gekämpft hat, der Oberstlieutenant der Artillerie, Koronäos, für ein bescheidenes 6 rtrchenland innerhalb des alten classischen HellaS. Für diese Erwer­bung verlangte Koronäos vor zwei Jahren von dem Fürsten Ypsilanti in Paris die Summe einer halben Million, womit er die Armee dem König abtrün­nig machen wollte. Der Fürst gab eine beliebige Summe, um ihn sich vom Halse zu schaffen. Nichtsdestoweniger gab Koronäos vor, im Auftrag und mit den Mitteln jenes Fürsten zu handeln. Thatsächlich hatte er aber kein Geld, und nahm am ersten Tage seine Zuflucht zu den königlichen Sassen, die er beraubte, und zu