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Intelligenz-Blatt der freien Sadt Frankfurt, /S^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,

und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. rl||l||^ .....................——

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 19. April. Man sieht hier mit ziemlicher Besorgniß aus die Vorgänge und Zu stände in Griechenland, die nach zuverrlâssigen Berichten in hohem Grade gefährdet sind. Diese Auffassung stützt sich nicht allein auf die allerdings unerwartet sich verlängernde Dauer des Widerstandes der Insurgenten in Nauplia. Es scheint, daß über­haupt die gegenwärtige Regierung auf unterhöhltem Boden stehe und aller zuverlässigen Stützen im Volke entbehre. Auch fürchtet man, daß diese schon an sich so äußerst miß­liche Situation durch einen Anstoß von außen vollends in Verwirrung gebracht werden könne. Man kann sich nicht verhehlen, daß es bei den drohenden Eventualitäten, vor denen man sich befindet, sich leicht um das Schicksal der bayerischen Dynastie in Griechenland handeln dürfte, zumal, wenn von gewisser Seite dem griechischen Volke andere Thron-Can- didaten präsentirt würden. Die Rückwirkung solcher Ereignisse, über die Gränzen des kleinen hellenischen Königreichs hinaus, auf die jetzt so tief und allseitig durchwühlten griechischen und slawischen Unterthanen der Pforte, fällt in die Augen. In jedem »Falle sieht die europäische Diplomatie die Sache sehr ernst an, und namentlich werden die Cabi- nette Englands und Oesterreichs davon afficirt, denen am meisten an der Aufrechthaltung des Status quo im Orient gelegen ist. Es ist Thatsache, die wohl mit diesen Vorgängen in Verbindung zu bringen ist, daß in neuester Zeit die Beziehungen zwischen den Cabi- netten von Wren und St. James sich wesentlich besser gestaltet haben. Auch die Lage der Dinge zwischen der Pforte und Montenegro ist bei Erwägung dieser Verhältnisse in Be­tracht zu ziehen. Es heißt mit Bezug darauf, die Pforte habe den Großmächten ihren Entschluß angekündigt, nachdrücklich gegen Montenegro vorzugehen, und mit Ausnahme Frankreichs die Billigung derselben erhalten. Sicherem Vernehmen nach ist diese Dar­stellung der Angelegenheit nicht correct. Es ist nicht anzunehmen, daß, außer Frankreich, auch Rußland türkischen Angriffs-Planen auf Montenegro seine Zustimmung geben sollte. Auch preußisch er seits ist, wie man hört, der Pforte davon abgerathen worden, und dies darum, weil man in die militärischen Mittel der Türkei nicht das Vertrauen setzt, daß es ihr gelingen werde, die vierhundertjährige Unabhängigkeit dieses Bergvolkes zu brechen.