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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, /^ verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. Fj|HO

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Jtë 9L Donnerstag den 17» April 1862

Üeberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 17. April. Die neuesten Schteßproben in Shoeburyneß erregen in England begreiflicherweise ungeteilte Aufmerksamkeit. Bereits war im Unterhaus davon die Rede, und jedes Journal hat über diesen interessanten Gegenstand seinen Leitartikel. Der erste Eindruck ist der eingestandèner Befriedigung, daß gute Geschütze, gut bedient, und starke Festungswerke doch noch etwas gegen Panzerschiffe und Eisenkuppeln vermögen, daß man sich somit nicht zu übereilen brauche, die ganze kost­spielige Flotte zu verbannen und die Fort« von PortSmouth zu rasiren. „Noch vor einer Woche" — so schreibt die Times — „schien eS, al« ob die Kunst de« Angriffs von der Wissenschaft der Vertheidigung überflügelt worden sei, denn nachdem zwei amerikanische Schiffe stundenlang einander beschossen, ohne wesentlich beschädiat zu wer­den , war man rasch mit der Annahme bei der Hand, daß Artillerie gegen Eisenpanzer nickt« vermöge. Diese Voraussetzung ist ins Gegentheil umgeschlagen, leit die aller- dicksten Stahlplatten durch 150pfündige Kugeln au« einem altmodischen Geschütz durch­löchert worden sind, und da« merk-vürdigste dabei ist, daß dabei gar keine neue Erfin­dung inS Sviel kommt, sondern daß man bloß auf daS alte System zurückzugreif«n braucht. Offenbar waren die Geschütze des Monitor sowohl wie deS Merrtmac zu schwach, um einander wehe zu thun, nicht im Kaliber, aber für eine genügend starke Pulverladung. Wohl schleuderte der Monitor schwerere Kugeln als die in Shoeburyneß gebrauchte Kanon«, aber er gebrauchte dabei nur (vielleicht weil seine Geschütze nicht mehr vertragen) 12 Pfund Pulver, während Armstrong seine ungezogene Kanone mit 40 bis 50 Pfund Pulver lud. Darin liegt der ganze Kern der Frage, und wie die Sachen heute liegen, scheint e« darauf anzukommen, ob r« möglich ist, so stark« Geschütze handhoben und mit Sicherheit verwenden zu können. Darüber werden wir bald Gewißheit erlangen. Bi« dorthin bleibt di« Controverse über den Werth eiserner und hölzerner Schiffe auf dem alten Fleck; denn ein gepanzer- tes Sckiff, mag e« auch nicht unzerstörbar sein, ist offenbar doch noch immer eine tüch- t gere Kriegsmaschine als ein Hölzernes." Morning Post kommt so ziemlich zu denselben Schlüssen. D-r Herald vageren meint, am Ende werde die Artillerie das Feld behaup­ten, denn die Dicke eine« Schtffspanzers habe ihre natürliche Grenze, während die Stärke eines Geschütze« ganz ungeheuer potenctrt werden könne. Das End« werde vielleicht sein, daß man zu Ho'zschiffen zurückkehrt, denn sind sie v rrwundbarer, so haben sie wenig­stens den Vortheil größerer Wohlfeilheit und Beweglichkeit für sich. Daily News schlägt die Hände über den Kopf zusammen, daß man so viel Geld auf Experimente ausgeb«