Intelligenz-Blatt
der freien Matzt Frankfurt, ^T^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. | ^
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
«M 85. Donnerstag den 10. April 1862.
Abonnements aus das Intelligenz- und Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten werden vom 1. April beginnend, zu ermäßigtem Semester-Preise von der Expedition angenommen.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 10. April. (Transatlantischer Telegraph.) Ueber dar nunmehr wieder aufgenommene Project der Anlage eines transatlantischen Telegraphen theilt die Morning Post folgende Details mit. Im Februar d. I. hat die amerikanische Regierung der englischen sehr liberale Eröffnungen über diesen Gegenstand gemacht und di« Atlantic Telegraph Company sich darauf bereit erklärt, bei Zusicherung einer mäßigen Zinsgarantie einen zweiten Versuch zur direkten telegraphischen Verbindung der beiden Festland« mit einander zu unternehmen. Im Interesse der Sache veranstaltete neulich Herr Gurney, der Director mehrerer Telegraphenlinie», eine Soirse, um die Vervollkommnungen, zu welchen daS unterseeiscke Telegraphenwesen seit dem ersten Versuche gelangt ist, augenscheinlich zu machen. Die mit Bezug auf di« Versenkung von Telegraphenkabeln während der letzten Paar Jahre gemachten Erfahrungen haben ergeben, daß der Erfolg der subatlanttschen Telegraphenlegung fast nur noch von der Gunst der Witterung abhängig ist. Man will das neue Kabel auf derselben 1640 Seemeilen langen Strecke, wie daS erste, zwischen Irland und Neufundland legen. Daß dieS mit Erfolg geschehen kann, beweist die 1535 Meilen lange Telegraphenlinie von Malta nach Alexandrien über Tripolis und Bengasi, und die Telegraphenlinie zwischen Frankreich und Algerien, welche zwar nur eine Länge von 520 Meilen hat, auf welcher Strecke aber daS Kabel auf einem Meeresgrunde «liegt von gleicher Tiefe und ganz denselben Unebenheiten, wie sie sich auf dem Meeresgrunde deS atlantischen OceanS finden. Nach den Mittheilungen der Herr«n Glaß, Elliot und Co. befinden sich alle von ihnen verfertigten und versenkten Kabel, die zusammen «t"è Länge von 5918 Meilen tsoltrten DrahteS haben, mit zwei unbedeutenden AuSnahmsfällen in dem besten Zustande. Noch immer hält man an der ursprünglich von Herrn Brett angegebenen Spiralform der verschlungenen Drähte für die äußere B«d«ckuvg fest, und gibt nach wie vor alS Isolator dem Gutta-Percha den Vorzug vor dem Gummi-Elasticum. DaS so construirt« erste unterseeische Kabel, welches 1851 unter dem Canal nach Calais versenkt wurde, ist trotz mehrfacher Reparatur und Zerreißung durch Schiffs-Anker noch in der besten Verfassung. Das für den subatlanttschen Kabel erfordrrliche Capital beträgt 700,000 Pfd.