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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

JK 69. SamStag den 22. März

1862.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 22. März. (Zur Situation.) Die ministerielle preußische „Sternzettung" enthält einen umfangreichen Leitartikel, welcher sagt: „Die Veränderung der preußischen Ministeriums, wie die Auflösung der Kammer war ein Act der tiefinnersten Nothwendigkeit. Die Kammer war mit der Bestimmung geboren, das Zrrwürfuiß mit der Regierung hervorzurufen. Schon die Wahlvorgänge deuteten darauf hin. In der Masse der Wählerschaften offenbarten sich schon alle Zeichen einer unheilvollen Verblen­dung und eine leidenschaftliche Empfänglichkeit für praktisch unausführbare Ideale durch die Bevorzugung der Männer, deren politischer Programm, von allen Ueberlieferungen des monarchischen Preußens absehend, an die Bewegung der Jahre 1848 und 1849 an­zuknüpfen suchte; endlich der wie nach übereinstimmender Parole organisirte Widerspruch gegen die bereits eingeleitete Heeresreform, welche von der Weisheit des Monarchen in Uebereinstimmung mit allen seinen Räthen alS unerläßliche Bedingung für die Macht­stellung Preußens erkannt worden war. Unter solchen Auspicien kam daS Abgeordneten­haus zu Stande und mußte dem Fluche seiner Geburt erliegen. Wenn auf einen gün­stigen, den gemeinsamen Interessen der Krone und des Landes entsprechenden Ausfall der Wahlen gerechnet werden soll, so muß jener Agitation eines planlosen Fortschritte-, welche die jüngsten Wahlen beherrschte, Halt zugerufen, jeder Zweifel über die eigent­lichen Absichten der Regierung gehoben und der Insinuation entgegengewirkt werden, daß eine Opposition, welche nur gegen einzelne Minister gerichtet scheint, im Rathe dèr Krone selbst Unterstützung finde. Die Aufgabe des gegenwärtigen CabinetS wird sein, der öffentlichen Meinung über alle diese Punkte volle Klarheit zu geben. Sie wird be­tonen müssen, daß eS sich um die hochwichtigen Fragen handle, ob die Macht und die Regierung bei der Krone bleiben oder dem Abgrordnetenhause zufallen solle. DaSPro- Sramm deS neugebildeten Ministeriums wird kein andere- sein, alS das in der Ansprache eS Königs vom 8. Nov. 1858 niedergelegte; es wird auch fortan jeder gesunden Ent­wickelung und jeder besonnenen und dauerhaften Reform den Weg ebnen." Der Leit­artikel schließt: „Das preußische Volk wird sich zur rechten Stunde erinnern, daß die Fahne deS Fortschritts bisher von seinem hochherzigen Könige vorangetragen wurde, und wird jedem anderen Banner mit ähnlicher Aufschrift seine Nachfolge versagen." — Au« Athen wird mitgetheilt, daß in Folge der von Nauplia vom 12. und 13. ein« getroffenen Depeschen jede Brsorgniß geschwunden war. Unter den ChefS deS Aufstan­ds- war Uneinigkeit eingetreten und eS kamen zahlreiche Dersertionen vor, trotz der