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Intelligenz-Blatt

freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

jK 51. SamStag den 1. Mtrz 1862.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3Fr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblisk der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 1. März. Die „Nationalztg." bemerkt!». A. über die Anerkennung Italiens von Setten Preußen-: „Wenn unter den deutschen Regierungen die preußische zuerst die Umwandlung in Italien anerkennen wird, so kann sie sich verstchert halten, daß der ganze Theil der deutschen Nation, auf dessen Beifall sie in irgend einem Falle zählen kann, auf ihrer Seite stehen wird; der Widerspruch, der sich hören lassen wird, hat nicht-, kann nichts im Rath der preußischen Regierung zu bedeuten habe». In unsern Augen würde der Werth dieses diplomatischen Schrittes darin liegen, daß Preußen zu erkennen gäbe, in seinem Verhalten dem neuen Staate gegenüber fernerhin tone Rück­sicht auf Oesterreich nehmen zu wollen, und da- wäre eine durch unsern Nutzen gebotene Aeußerung. Preußen ist sich selber die Erklärung schuldig, daß e- mit den vollendeten Thatsachen zufrieden und ihnen nicht feind sei: etwas Weiteres als dieß braucht eS aber auch nicht zu erklären und namentlich würde es unangemessen sein, sich schon im Voraus über die Dinge, die sich etwa noch weiter zutragen werden, zu äußern. In dieser Hinsicht kann es allenfalls sein Vertrauen auSsprechen, daß die Italiener sich be­mühen werden, Deutschland- friedliebende Nachbaren zu sein, aber es mache nur ja kein« feierliche Klausel wegen Venetiens. Denn ob Venetien in Zukunft österreichisch oder italienisch sein wird, hängt nicht von Preußen ab; die Habsburger werden entscheiden, wie lange sie eS vertheidigen wollen, und so können wir leicht eine Unbesonnenheit und waS gar nicht zu unserm Bereich gehört, anS- svrrcheu, wenn wir sagen wollten, Venetien müsse österreichisch bleiben." — Wie versichert wird, ist in Folge der zwischen Oesterreich und den Mittelstaaten geführten Unterhandlungen davon Abstand genommen worden, der preußischen Antwort auf die identischen Noten wiederum eine gleichlautende Kundgebung entgegen zu stellen. Sobald eS sich darum handelte, einen bestimmten Vorschlag über die Reform des Bun­des aufzustellen, mußten die Meinungen der Kabinette, die bisher so einig schienen, auseinander gehen. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß Oesterreich von seinen Freunde» und Nachbarn den Auftrag erhalten wird, die Verhandlungen mit Preußen allein zu führen, so daß die Mittelstaaten einstweilen in den Hintergrund treten und erst dann wieder zum Vorschein kommen würden, wenn sich, wie vorauSzusehen ist, keine Aus­gleichung der Ansichten zwischen Berlin und Wien finden ließe.