Intelligenz-Blatt
der freien AM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
JS 49. Donnerstag den 27 Februar 1862.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 27. Februar. (Zur Situation.) Ueber den Abschluß des französisch-deutschen Handelsvertrags theilt die „B. B.-Ztg." folgendes Nähere mit: »Die Genehmigung ist am 21. auf telegraphischem Wege von Paris in Berlin «ingegangen und die formelle Zustimmung erfolgt in diesen Tagen. Ueber die fernere Verhandlung der Frage erfahren wir, daß der festgestellte Entwurf des Vertrages den übrigen Zollverein-regierungen alsbald mit einer ausführlichen Denkschrift von der Preußischen StaatSregierung mitgethetlt werden soll. In dieser Denksckrift soll der Nachweis geführt werden, daß die Wünsche der übrigen Regierungen volle Beachtung und die möglichste Berücksichtigung gefunden haben und daß die Vollmachten von Preußen durchweg seiner Auffassung nach im Gesammt-Jnteresse des Zollvereins benutzt seien. Sofern die Zollvereinsregterungen sich zustimmend äußern, dürfte die Vorlage bei dem Preußischen Landtage noch in dieser Session erfolgen. — Die „Berl. Allg. Ztg." bemerkt: „DaS offizielle „Dr. I " enthält eine sehr ausführliche Auseinandersetzung über die identischen Noten und deren Beantwortung, welche die Parteien in Preußen anklagt, di« Sache im Interesse der innern Fragen auszubeuten, übrigens die identischen Noten alS einen ganz unschuldigen Act darstellt, und den Ton der Bernstorff'schen Noten im Ganzen versöhnlich findet. Nur eins übersteht diese offenbar von dem Ministerium ausgehende Deductton: daß die Bedeutung der identischen Noten gar nicht in ihrem Inhalt lag, sondern in dem Umstand, daß sie auS einer Coalitton hervorgingen. Die Bernstorff'sche Note vom 20. Dec. war lediglich an Sachsen gerichtet: daß die übrigen deutschen Staaten, die durchaus nicht nöthig hatten, davon Notiz zu nehmen, sich zu einer gemeinsamen Warnung an Preußen gemüsstgt sahen, war ein so entschieden offensiver Act wie er seit 1850 nicht vorgekommen ist. Die süddeutschen Blätter betrachten die Sache auch keineswegs so friedseltg, und namentlich eifert die „N. Münch. Ztg." gegen die zu erwartend« Anerkennung Italiens als gegen den „vollkommenen Bruch mit Oesterreich nnd Süddeutschland.- Man vergesse nicht, daß die Stimmung des sächsischen Volkes eine andere ist, als die in Süddeutschland und die Regierung zu einiger Reserve nöthigt." — Die letzte preußisch: Depesche nach Kopenhagen, welche am 21. d. übergeben wurde, ist nicht so „sehr flau", wie von manchen Seiten behauptet wird. Sie enthält allerdings einen Protest gegen die dem Rumpfreich-rath gemachten Vorlagen; bei weitem wichtiger aber ist die an Dänemark gerichtete Frage, wie eS sich zu der Ueberetnkunft von 1852 verhalte, und ob eS sich durch dieselbe noch ferner gebunden glaube? Nach den vorliegenden Thatsachen kann Dänemark diese Frage nur