Intelligenz-Blatt der freien Madl Frankfurt, ^^^. verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, â^MZ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. |
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
^L 39. SamStag den. 15. Februar 1862.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen «n- materiellen Interessen.
Frankfurt, 15. Februar. (Die englische Mitgift.) Nach Allem, was verlautet, wird die Vermählung der Prinzessin Alice voll England mit dem Prinzen Lukwtgvon Hessen im Juli dieses Jahres vollzogen werden. Anfangs hieß es allgemein, sie sei bis nach Ablauf des Trauerjahres verschoben worden, aber die Königin will es anders. „Es soll AlleS genau so bleiben, wie mein Mann es angeordnet hat" — das sind die eigenen Worte der hohen Frau, — „man überlasse mir die ganze Schwere der Trauer um den Geschiedenen, dessen ganze Liebe ich besessen habe, sonst soll AlleS, Alles genau so sein, wie er eS gewollt hat." Dieselbe Pietät, mit der sie darauf drang, daß der Prinz von WaleS die vom seligen Vater entworfene Reise nach dem Orient antrete, ließ sie auch auf dem Wunsche verharren, daß die Vermählung ihrer zweiten Tochter nicht verschoben werde. Und dabei wird es bleiben, wenn nicht Unvorhergesehenes dazwischen tritt. Die Prinzessin erhält vom Lande eine Aussteuer von 30,000 8., deren' Zinsen zur Bestreitung des gemeinsamen Haushaltes dienen, und die eventuell wieder nach England zurückfließen wird. Außerdem eine jährliche Apanage von 6000 L. auf Lebenszeit, während ihrem Gemahl von seinem Vater eine Apanage von 40,000 fl., seiner Frau, wenn sie Wittwe werden sollte, «ine entsprechende Apanage sammt WUt- wrnfitz in Darmstadt zugesichert ist. Die Aussteuer ist, wie man steht, nicht einmal so bedeutend als die der Prinzeß Royal war, ist thatsächlich nicht so groß, als mancher englische Banquier in neuester Zeit seinem Kinde gegeben hat. Die betreffende Bill war, wie man sich erinnern wird, in der vorigen Session vom Parlamente auch ohne. An stand bewilligt worden, und bisher kann das Land wahrlich nicht klagen, daß ihm die Monarchie übermäßig theuer zu stehen komme, seitdem Königin Victoria auf dem Throne sitzt. Unter der Regierung von W Hiam und Mary betrug die Civilliste 700,000 L., unter Georg II. 800,000 8., unter Georg IH. über eine Million 8., während unsere jetzige Königin bloß 385,000 8. bezieht. Trotzdem waren die früheren Regenten jeden Augenblick beim Parlamente als Bettler erschienen, bald um ihre Rückstände auSzugleichen, bald um ihre Palastbauten auSführen zu können. Königin Victoria hat, Dank der geordneten Wirthschaft, die sie und Prinz Albert in ihrem Haushalte einführten, nicht allein nie einen Zuschuß vom Lande verlangt, sie hat auch die nicht unbedeutenden Schulden ihres Vaters bezahlt und auS ihren Ersparnissen zwei schöne Güter angekauft: Balmoral in Schottland und OSborne auf der Insel Wight, deren jede- mit schönen Schlössern und Garten-Anlagen geziert Mrden, so daß sie heute Domainen von namhaftem Werthe repräsentire».