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Intelligenz-Blatt

der freien MM Frankfurt, ^^^

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frautsurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

33. SamStag den 8. Februar_________1862.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politische« und materiellen Interessen.

Frankfurt, 8. Februar. (Die russisch-amerikanische Telegraphen- ltnte.) Ueber die beabsichtigte telegraphische Verbindung zwischen Europa und Amerika über Sibirien und (Kalifornien berichtet die „N.Z." nach dem „Kron- §adter Boten," der russische Jngenieuroberst Romanow befinde sich gegenwärtig in iewyork, um die Construction amerikanischer Telegraphen zu studtren und dieselbe im Fall der Zweckmäßigkeit auf die projectirte Telegraphenverbindung zwischen St. Peters­burg und Ost-Sibirien anzuwenden, deren Herstellung bereits im Jahre 1858 angeord« net wurde. Gegenwärtig find die Arbeiten der Telegraphen-Anlage bereits bis zum Toboltker Gouvernement und zur Stadt Omsk in Sibirien vorgeschritten, die Verbin­dung des östlichen und westlichen Theile- auf einer Strecke von 2500 Meilen von Moskau und 3000 von St. Petersburg. Von Omsk, das 40,000 Einwohner zählt, beabsichtigt die Regierung die Telegraphenlinte bis nach dem Amur und von hier längs des Stromes nach dem stillen Ocean auszuführen, so daß die russische Telegraphen-Linie sich San Francisco bis auf 5000 Meilen nähern würde. Der Oberst Romanow ist beauftragt, dieselbe von der Landschaft Sabajkal (jenseits des Bajkalsee's) nach dem stillen Ocean, gegenüber der japanischen Stadt Hakodadi, d. h. vom Zusammenfluß deS Amur und Ussuri nach Wladiwostok zu bauen. An dem Punkte des Zusammenflusses der erwähnten beiden Ströme begegnet diese Linie der ersteren, welche bis zu der Zett Omsk erreicht haben und längs der Amur-Ufer auf diesen Punkt dirigirt wird. Nach der Mei­nung deS Agenten der Vereinigten Staaten am -Amur, Herrn Collins, soll die Telegraphen« Itnie vom Ausfluß des Amur an den Küsten Sibiriens bis nach der Berings-Meerenge geleitet werden. Allein Oberst Romanow gibt der Richtung über die alrutische Küste nach russisch Amerika, von wo dieselbe bis zur Insel Vancouwer und von hier nach San Francisco in (Kalifornien verlängert würde, den Vorzug. Hier nun würde sich die Telegraphen« Verbindung der amerikanischen nach dem stillen Ocean geleiteten Linie anschließen, wo­durch New-Aork, Moskau und London sich verbunden sähen. Romanow meint, die Kosten einer solchen telegraphischen Verbindung werden die des verlorenen unterseeischen Kabels deS atlantischen Telegraphen nicht übersteigen. Dem Projecte deS Herrn Romanow gemäß würde die Linie von St. Louis nach Moskau über San Francisco eine Länge von 14,000 Meilen erreichen. Die „Western-Union-Telegraph-Company" hat seit dem 12. November den Telegraphendraht nach (Kalifornien bereits in Betrieb IW karrst Siblsy, SerrrtLr her Compagnie in Amerika, spricht übrigens seins