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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, /^T^

■ verbunden. mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, /^BälQ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

JK 3L Donnerstag den 6. Februar 1862.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materielle« Interessen. \

Frankfurt 6. Februar. In der Erörterung über die kurbessische Ange­legenheit und inmitten der Widersprüche, welche sie hervorgerufen, ist der Haupt­punct ohne Zweifel die Lösung der Frage, was Preußen thun werde, wenn durch die Störung des Friedens in Kurheffen seine Interessen gefährdet würden. Hier ist nun nicht ohne Bedeutung, daß ganz vor Kurzem, selbst von einer Seite, die im Uebri- gen ein besonderes Gewicht auf die Unterhandlungen mit Oesterreich und den anderen Bundes-Regierungen zu legen schien, als positiv hingestellt wurde, daß Preußen für den Fall einer solchen Gefährdung seiner Interessen in Kurhessen ein- * schreiten würde. Hinzugefügt wurde, es sei dies dem Kurfürsten wie allen Bundes- fürsten als eine selbstverständliche Folg« einleuchtend. Nach der ganzen Lage der Dinge, und nach allem, was sonst verlautet, darf man dies in der That voraussetzen. Welche Zweifel man auch in Bezug auf die preußische Politik hegen mag, so viel ist sicher, daß Scenen, wie wir sie 1850 erlebt haben, jetzt nicht zu erwarten wären. Wird nun als der feste Entschluß Preußens bezeichnet, bei Gefährdung ferner Interessen in Kur­hessen einzuschreiten, so folgt daraus, daß der Einspruch deS Bundestages dies nicht würde hindern können. Zu folgern wäre vielleicht noch ferner, daß die als dem Kur­fürsten und den Bundesfürsten alS „selbstverständlich einleuchtende Folge* bezeichnete Eventualität doch wahrscheinlich auch in irgend einer Form denselben dtrect oder indtrect instnuirt sein dürfte. — Die letzten dem Rumpfreichsrath mitgetheilten dänischen Pro­positionen bezwecken eine legislative Jncorporation Schleswigs, indem die Stände Schles­wigs auf das Niveau von Kretsständen herabgedrückt werden sollen, während der mit der Initiative und anderen Rechten fortan bekleidete sogenannte Reichsrath, wo an 50 Dänen die 10 Schleswiger erdrücken, das Parlament des künftigen Eiderstaates repräsenttren soll. Be­stätigt ist also, daß Dänemark, wie vor einiger Zett verlautete, einen solchen Schritt beabsich­tigte. —Zur Erläuterung der Weigerung P r e u ß e n s, sich an den Ausschußwahlen zu bethet- ligen, die wegen der Ernennung des badischen BundeStagS-Gesandten Robert v. Mohl zum Gesandten für Waldeck beschlossen worden waren, mag Folgendes dienen. Bis zum Jahre 1848 hatte Waldeck mit fünf anderen kleinen Staaten, mit denen es gemein­schaftlich eine Eurie, wir glauben die sechszehnte, bildete, einen gemeinschaftlichen Per- treter am Bundestage. Nach der Wiederherstellung deS Bundestages (1851) fand jwifdjen den betreffenden Regierungen keine völlige Einigung wegen der Führung der Stimme Statt und es verblieb daher bei einer Art provisorischen Zustandes. Lippe,