Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt. verbunden mit dem Amtsblatt- Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
JK 2L Samstag den 25. Januar 1862.
lleberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen «nd materiellen Interessen.
Frankfurt, 25. Januar. Das Januarheft des „Staatsarchivs" bringt eine Note des amerikanischen Staats-Sreretärs, Herrn Seward, in der mexikanischen Ange- legenheit. Die Note ist vom 4. Dec. dattrt und an den spanischen, französischen und englischen Gesandten in Washington, in Antwort auf deren Einladung an die Vereinigten Staaten, der Convention vom 31. Oct. v. I. beizutreten, gericktet. Herr Seward theilt den Gesandten mit, daß der Präsident vollständig das Recht der drei Alltirten anerkenne, über ihre Beschwerden gegen Mexiko eine selbstständige Entscheidung zu treffen und diesem Staat den Krieg zu erklären; und nehme er mit Freuden von der in der Convention klar auSgesprockenen Absicht der Alltirten Kenntniß, daß sie für sich keine Gebietserweiterungen beanspruchten, noch eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Mexiko's beabsichtigten. Die Vereinigten Staaten hätten gleichfalls unbedingt große und gerechte Beschwerden gegen Mexiko, aber dennoch lehne der Präsident es ab, eine Erledigung derselben durch seinen Beitritt zu der Convention vom 31. Oct. herbeizuführen. Einmal verstoße es gegen die traditionelle Politik der Vereinigten Staaten, eine Allianz mit fremden Nationen eimugehen, zweitens hätten die Vereinigten Staaten als Nachbar von Mexiko, dessen Verfassung überdieß in vielen wichtigen Puncten mit der ihrigen übereinstimme, das größte Interesse an der Sicherheit, Wohlfahrt und Wachsthum dieses Staates, und endlich, drittens, wäre der Präsident, Angesichts der großen innern Schwierigkeiten der mexikanischen Regierung, um so mehr abgeneigt, diesen Staat setzt mit Krieg zu überziehen. Herr Seward bemerkt ferner, daß der amerikanische Gesandte in Mexiko tnstruirt sey, einen Vertrag abzuschließen, um wo möglich die mexkanische Regierung durch materiellen Beistand in den Stand zu setzen, den gerechten Ansprüchen der Alliirten Genüge zu leisten und dadurch dem Ausbruch des Krieges zuvorzu kommen. Dieser Vorschlag sei eben so sehr im Interesse Mex ko'S alS der Alltirten von dem Präsidenten gemacht worden; bis jetzt seien noch keine Nachrichten über die Aufnahme, welche derselbe in Mexiko gefunden, eingelaufen; aber Herr Seward werde nicht verfehlen, die Gesandten der Alltirten von den weiteren Verhandlungen in Kenntniß zu setzen und ihnen etwaige Vermittlvngsvorschläge zu unterbreiten. Einstweilen, so schließt die Depesche, habe der Präsident, zur Wahrung der amerikanischen Interessen, eine Anzahl Kriegsschiff« im Golf von Mexiko stattonirt und in gleicher Absicht sei der amerikanische Gesandte in Mexiko angewiesen, sich mit den Befehlshabern der alliirten Truppen in Vernehmen za