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Intelligenz-Blatt

der freien M-1 Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der Hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

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M 306. Samstag den 28 December

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1861.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 28. December. Die „Karlsr. Zig." bringt einen Artikel über „die deutsche Frage in den Kammern", dem wir folgende bezeichnende Stellen entnehmen: „Aufrichtiger, materieller Liberalismus im Innern und nachdrückliche Vertretung der nationalen Idee nach Außen, das sind die beiden untrennbar mit einander verbundenen Angelpunkte des ministeriellen Programms. Der erste Punkt ist in dem Maß eine reife Frucht unseres nun mehr als 40jährigen constitutionellen Lebens, daß gegen die dahin zielenden Verheißungen der Thronrede in der ersten Kammer gar kein, in der zweiten nur ein völlig vereinzelter Widerspruch erhoben wurde, den wir überdies nicht einmal als einen prinzipiellen, sondern nur als Aeußerung einer individuellen Ansicht über be­stimmte, speziell« Staatseinrichtungen betrachten. Eine wahrhaft volksthümliche Re­gierung im Innern ist nach unserer festen Ueberzeugung nur möglich auf der Basis deS nationalen Programms, welches das Gedeihen des Einzelstaates sich nicht getrennt denken kann von der Sicherheit, dem Wohl und der Ehre des Ganzen. So unklar und verschwommen noch immer bei Vielen dieser Drang nach Erringung einer würdigen Existenz für unser deutsches Vaterland unter den Völkern Europa'« sein mag; dieser Drang ist es doch, welcher alle Gemüther am tiefsten ergreift und die Massen unseres Volkes bewegt. Eine Regierung, welche ihm nicht gerecht werden, welche, wie einer der Regierungsredner sich ausdrückte, Steine statt Brod geben will, kann nimmermehr auf bie breite Grundlage der Zustimmung ihres Volkes sich stützen. Wir wollen nicht bet den Splittern und Balken in den Augen unserer Nachbarn verweilen, aber mit ge­rechtem Stolze dürfen wir niederschreiben, daß in den jüngsten Tagen das constitutio- nelle System in unserm Ständesaal eine Wahrheit geworden ist und einen Triumph ge­feiert hat, der seinen Eindruck in Deutschland nicht verfehlen wird. Die Vertreter der Krone haben den offensten Ausdruck der Meinung des Landes gefordert, um darauf sich stützen oder vor ihm zurücktreten zu können, selbst offen und rückhaltèlos die leitenden Gedanken der jetzigen Regierung darlegend. — In beiden Kammern ist die von der Regierung entschlossen beanspruchte Initiative mit freudiger Einsicht nicht blos zuge- standen, sondern gerade darin ihr größtes Verdienst anerkannt worden. Hat die natio­nale Partei den constitutionellen Fortschritt gewürdigt, ihre Ueberzeugung als Regter- ungsprogramm adoptirt zu sehen, so hat di« Regierung durch das Votum der Kammern den Vortheil gewonnen, der vertrauensvollen Kämpfer für ihre Führerschaft versichert sein zu können." : , 42^