Intelligenz-Blatt der freien Siadi Frankfurt, ^^^, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, â^MD^^M^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. L
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
^L 304. Dienstag den 24. December _______1861.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Fvankftrrt, 24. December. Man sckreibt auS Berlin: „Das endlose Drohen mit der Bundesexecutton hatte es schließlich dahin gebracht, daß Lord Palmerston hinter unserem Rücken eine europäische Conferenz ohne unsere Betheiligung zur Schlichtung des Conflictes zu Stande zu bringen suchte. Frankreich war damals loyaler gegen uns als England. Indessen wurde die zweite Präposition einer Conferenz der fünf Großmächte und Schwedens von Preußen nur dadurch durchkreuzt, daß es aaf der Behauptung bestand, da zwischen Dänemark und dem Bunde oder Preußen überhaupt noch keine direkten Verhandlungen über die endliche Gestaltung der fraglichen Verhältnisse Statt gefunden hätten, so sei zu fordern, daß von Europa zunächst die Resultate solcher Verhandlungen abgewartet würden. Dänemark, in dem Wunsche, wie es scheint, die damals günstige Stimmung einzelner europäischer Mächte für sich auszubeuten, legte großes Gewicht auf den Beginn jener Unterhandlungen und nahm hier den Ton an, als sei es sehr unglücklich, daß der Beginn derselben verzögert werde. Graf Bernstorff äußerte hierauf gegen den dänischen Gesandten bald nach seinem Amtsantritte, daß er durchaus nicht abgeneigt sei, auf vorläufige vertrauliche Unterhandlungen vorbehaltlich der späteren Beschlußfassung Seitens der deutschen Gesammtheit am Bunde einzugehen, und daß daS dänische Cabinet nur seine Vorschläge machen möge Jr nach der Beschaffenheit derselben werde er sie dem Bunde empfehlen oder verwerfen, hierauf richtete der Minister Hall eine vom 26. Oktober datirte vertrauliche Depesche zur Mittheilung für daS berliner Cabinet an Herrn v. Quaade. In diesem umfangreichen Aktenstücke war die etderdänische Tendenz der jetzigen dänischen Politik auf da« Beste entwickelt. Dänemark bietet darin im Einklang mit seinem im März d .I. den holsteinischen Ständen gemachten Vorschlag für dieses Herzogthum ein Provisorium an, durch welche« demselben eine größere Autonomie und seinen Ständen beschließende konstitutionelle Befugnisse freilich mit enormen Beschränkungen in Bezug auf die Budgetbewilligung gewährt werden. Schleswigs wird mit keiner Silbe erwähnt, aber der Gedanke des Vorschlags geht darauf hinaus, daß de» Ständen Holstein« der Reichsrath der übrigen Monarchie al« zweiter, alle Landestheile außer Holstein umfassender beschließender Körper gegenüber» stehe. Es wird zugegeben, daß in solchen Dingen wie das Militärwesen und das Zoll- wesen Holsteins die holsteinischen Stände ein beschließendes Recht gewinnnen, damit die Trennung von Schleswig und die Absorbirung desselben durch die dänische Monarchie Mo gewisser sich vollziehe. Auf diese Vorschläge hat nun Graf Bernstorff unter dem 5. Vtfne eben so entschiedene al- erschöpfende Antwort ertheilt. Dieselbe erklärt,