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Zntelligeuz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

JS 360. Donnerstag den 19 December

1861

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 19. December. (Der Prinz-Gemahl von England.) Prinz Albert betrat Englands Boden zuerst 1838, wo die junge Königin in Westminster gekrönt wurde. Er war damals, wie die um wenige Monate ältere Königin, 19 Jahre alt. Prinz Albert war geboren auf dem Schlöffe Rosenau als der zweite Sohn deS Herzog- Ernst von Coburg und dessen erster Gemahlin, Dorothea Louise von Sachsen- Gotha. Seine Vermählung wurde am 10. Februar 1840 in London gefeiert. Der Prinz wurde naturalifirt und durch Parlamentsbeschluß mit einem jährlichen Einkommen von 30,000 Pfd. Sterl. versehen. Er lebte mit der Königin in musterhafter, mit Kin­dern gesegneter Ehe. Die Königin häufte auf ihren Gemahl die Stellen und Ehren, welche sie zu vergeben hatte, und gab ihm den Vortritt vor den Mitgliedern der könig­lichen Familie. Auf dem Festlande aber hatte er put den Rang eines jüngeren BruderS deS Herzogs von Coburg, waS auf den Reisen der Königin nicht zu ihrer Zufriedenheit beitrug. DaS änderte sich, da Unterhandlungen über diesen Punct der Etiquette au Rußlands Ungeneigtheit scheiterten, erst 1857, als die Königin ihn zum Prinz-Gemahl ernannte. Prinz Albert war ein feingebildeter, talentvoller Mann, feltjt Dichter, Maler und Componist und ein Beschützer der Künste und Wissenschaften, die in England einen solchen Schutz noch recht nöthig hatten. Sein Einfluß in dieser Beziehung ist ein sehr wohlthätiger gewesen. Man weiß, daß Prinz Albert bie Anregung zu jener Reform der höheren UnterrichtS-Anstalten gab, welche den englischen gelehrten Zopf um ein Erkleckliches kürzer gemacht hat. Der Hochschule von Cambridge, zu deren Kanzler et 1847 gewählt wurde, widmete er eine vorzügliche Sorgfalt und gab die Veranlassung, daß der Geschichte, den neueren Sprachen und den schönen Künsten eine größere Auf­merksamkeit zu Theil wurde. Die Künste nahm er noch besonders unter seinen Schutz und machte eS dadurch in dem aristokratischen England zur Mode, ein Kunstfreund zu sein oder wenigstens zu heißen. Prinz Albert war eS, bet ben Plan zu einer Welt- Industrie-Auskeilung in London entwarf. Von dem Augenblicke an, wo er am 15. Juni 1849 in der Gesellschaft der Künste bei der jährlichen Preisverthetlung ben Gedanke« zuerst auSfprack, bis zu dem Augenblicke, wo er als Vorsitzender deS Ausschusses am 1. Mat 1851 im eröffneten Crystal l-Palastr seine Gemahlin empfing, ermüdete er nicht in Anordnungen und Arbeiten, unter denen die Beseitigung bei Widerstande-, den die Protecttoüisten und die Fromnen von Extterhall dem Unter­nehmen entgegen setzte«, -wahrlich nicht die geringste war. Auch in landwirthschaftlicher