Intelligenz-Matt der freien Madl Frankfurt. /|T^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
J£ 296. Samstag dm 14 December 1861.
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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 14. December. Die Botschaft von Jefferson Davis und die Leitartikel der Newvorker Blätter liefern hinreichenden Stoff für den Tag. Der Präsident der Conföderirten war von jeher als Mann von Geist und Geschick bekannt'; seine Botschaft hat denn auch Hand und Fuß. Er malt Schwarz auf Schwarz, wo er ein Bild vom Gegner entwirft, und stellt die Zustände des Südens in ein ganz außerordentlich glänzende- Licht, um die entsprechende Folie zurecht zu kciegen, wobei es natürlich an Uebertreibungen nicht fehlt. Aber da die Zustände der Conföderation für Europa bis zur Stunde ein Geheimniß sind, so ist es unmöglich, ihm den Grad seiner Uebertreibungen nachzuweisen. Als Staatsschrift, die zum großen Theil auf daS europäische Publikum berechnet gewesen zu sein scheint, ist die Botschaft vortrefflich gearbeitet, zumal wenn man sie mit den konfusen RechtS-Deductionen der letzten Lincoln'schen vergleicht, die weder den Juristen noch den Laien befriedigte. Vorerst wird es an Lincoln sein, dieser Auseinandersetzung mit der setnigen zu begegnen. Am Ende kommt et sehr wenig darauf an, wie die beiden Botschaften stylifirt und colorirt sind; die Hauptsache bleibt doch die sehr stramm htngeskllte Erklärung der Jefferson Davts'schen, daß die Trennung des SüdenS eine endgültige ist, oder, wie er sich ausdruckt, daß die Südstaaten schon vor dem bloßen Gedanken, in das alte Verhältniß zum Norden zurückzukehren, mit Schauder zurückweichen. Dies bringt uns wieder auf die Trent-Angelegenheit und kann unsere früher ausgesprochene Ansicht nur bekräftigen, daß etwaige Ausgleichungsversuche, bastrt auf einen Krieg mit England, jetzt mehr blutwenig Aussicht auf Erfolg haben dürften. Auch dem Umstande, daß einige amerikanische Journal« neueren Datums die Trent-Affaire maßvoller und mit einiger Besorgniß zu behandeln angefangen haben, sollte kein allzu großes Gewicht betgelegt werden, so lange es nicht feststeht, daß der Umschwung von oben aus veranlaßt iß. In New Park wußte man noch nicht, daß ein englisches Ultimatum auf dem Wege war. Und ein Ultimatum ist es, wenn nicht alles trügt, was in englischen Regterungs- kreisen verlautet. Ob Lord Lyons zur Erfüllung desselben eine drei- oder fünftägige Frist zu gewähren angewiesen ist, kann das schließliche Resultat nicht hindern. Ein Anderes wäre eS, wenn eine andere telegraphische Verbindung existirte, oder wenn Lord Lyons so lange warten dürfte, bis ein Postdampfer den Weg hin und zurück machen könnte. Letzteres aber wird in wohlunterrichteten Kreisen entschieden in Abrede gestellt, «»d somit müssen wir gefaßt sein, den britischen Gesandten, wenn ihm nicht die gefor-