ZnteHiqenz-BIatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgâsse 21.)
M 290. Samstag den 7. December 1861.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 7. December. Nach einer der Kölnischen Zeitung über die-Feuersbrunst zu Antwerpen zugehenden Nachricht sind die Gebäude der Belgischen Zucker- raffinerie und das Entrepot St. Felix vollständig ein Raub der Flammen geworden, und hat der Brand außer dem auf 18 Millionen Francs veranschlagten Verlust an Immobilien und Waaren auch leider noch zehn Menschenleben gekostet. Unter den Verunglückten befinden stch der Stadtbaumeister und der Unterdirector des Entrepotè, Herr Hirsch. — Die Jndependance belge bringt über diese Feuersbrunst folgende Einzelheiten: Am Abend des 2. December gegen 6Vr Uhr brach in der Raffinerie Belge, die an der Südseite des großen Bassins liegt, Feuer aus. Nach kaum drei Viertelstunden hatte das Feuer so um sich gegriffen, daß das ganze Gebäude einem Feuermeer glich und die Hitze auf 500 Schritt Entfernung unerträglich ward. Bald ward auch das Entrepot Felix, das an die Raffinerie grenzte, eine Beute der Flammen. Die Fatz ade desselben, die ganz aus Eisen und Backsteinen gebaut war, stürzt« ein, und nun bot sich daS gräßliche Schauspiel dar, wie in den sechs Stockwerken des Gebäudes die aufgespeicherten Waarenmassen von dem Feuer verzehrt wurden. Jetzt mußte man sich auf Rettung der in der Umgegend liegenden Gebäude beschränken, worunter der mit Waaren gefüllte Speicher der Staatsbahn. Im Entrepot Felix lagerten Vorräthe von Getreide, Wolle, Essenzen, Harzen u. s. w. Um Mitternacht war das Feuer auf die beiden zuerst ergriffenen Räume beschränkt und der Eisenbahnspeicher gerettet. Alle im Bassin liegenden Schiffe waren beim Ausbruch der Feuersbrunst ausgelaufen und so der Gefahr entgangen. Die Raffinerie war, wie die Jndependance belge vernimmt, zu fast einer Million, daS Gebäude des Entrepot zu zwei Millionen versichert. Der Precurseur bezeichnet die Feuersbrunst vom 2. December als die größte der Feuersbrünste, von denen seit Zerstörung deS alten Entrepot im Jahre 1830 Antwerpen heimgesucht ward. Unmittelbar nach Ausbruch des FeuerS wurden von den Pompiers und Truppen die Löschanstalten organisirt; das Feuer war nach einer halben Stunde schon so übermächtig, daß die beiden ergriffenen RLunie nicht mehr zu retten waren. Diese Nachricht erfüllte die Bevölkerung mit Entsetzen, zumal neben ver belgisch-antwerpener Raffinerie, auf deren einer Seite das Entrepot Felix lag, auf der andern Sette sich ein den Herren Bex und Vetbert gehöriges Magazin von Bauholz befând und die Hauptfatzade auf das große Baffin, die Rückseite nach dem Eisenbahnspeicher ging. Von den Wällen au« sah Wn die Gegend taghell biS zum Damm erleuchtet und die Flammen wurden auf drei