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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt. verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 256. Dienstag den 29. October 1861.

Ueberblick der Greignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt,29. October. (Eisenconsum der Eisenbahnen.) Der enorme Eisenconsum, der allein durch die Vermehrung und den Betrieb der Eisenbahnen ver­anlaßt wird, sagt der Offenbacher Beobachter, ist bereits Gegenstand besonderen Nachdenkens geworden, das zu überraschenden Zahlen geführt hat. Es sei uns ver­gönnt, die Resultate dieser Zahlen, wie sie namhafte Ingenieure herausgerechnet, im Auszuge kurz mitzutheilen. Unsere Mittheilung wird um so mehr an Interesse gewin­nen, als die Verwohlfeilung des Eisens namentlich jetzt von schutzzöllnerischer Seite ge­flissentlich in Frage gestellt wird. Nach Kolb bestanden zu Ende des Jahres 1859 in Europa ca. 6800, in Amerika ca. 5830 und in den übrigen Erdtheilen ca. 1,370, zu­sammen also 14,000 Meilen Eisenbahnen, und zwar mit einem Dritttheil in Doppelgeleisen, so daß die eigentliche Länge der auf der ganzen Erde hergestellten Eisenbahnen aus 21,000 deutsche Meilen angenommen werden darf. Die Menge des zum Baue dieser Eisenbahnen erforderlich gewesenen Walz- und Schmiedeeisens berechnet man per Meile aus 13,000 Centner, für die ganze Länge also auf 273,000,000 Ctr. Der Verschleiß dieses Eisens darf leicht auf 2 Pfund pro Meile und Zug veranschlagt werden, was bet den täglich darüberrollenden 10—12 Etsenbahnzügen der ganzen Länge nach in 10 Jahren ungefähr 20,000,000 Centner ausmachen wird. Da aber der Rost an Schienen, Platten rc. ebensoviel verzehrt, so erhebt sich der Verlust an Eisen, welches gänzlich ab­handen kommt, auf ca. 40,000,000 Ctr., und von den ursprünglichen 273,000,000 Ctr. bleiben demnach nach Ablauf der 10 Jahre nur noch 233,000,000 Centner Eisen übrig. Die Schienen rc. sind aber während dieser Zeit unbrauchbar geworden und müssen durch neue ersetzt werden. Das alte Schieneneisen wird umgewalzt und verliert hier­bei wieder mindestens 15 Prozent an Gewicht. Dieser Verlust beträgt auf das übrig gebliebene Quantum Eisen ca. 34,950,000 Centner. Rechnet man hierzu den obigen Verlust durch Verschleiß für die 10 Jahre, so beträgt das Gewicht des Eisens, welches alle 10 Jahre verloren geht, ca. 74 950,000 Centner. Hierzu kommt nun noch der an dem fahrenden Zeuge und den sonstigen Vorrichtungen eintretende Verschleiß, welcher dieselbe Summe repräsenttrt, so daß also nach 10 Jahren ungefähr 150,000,000 Ctr. Walz- und Schmiedeeisen verschwinden, welche zu ersitzen wohl 212,000,000 Centner Roheisen aus neuem Erz producirt werden müssen. Schätzt man die Jahresproduktion eines großen Coakshochofens auf 12,000,000 Pfund, so müssen allein zur Herstellung obiger Masse Roheisens 177 Coakshochöfen ununterbrochen in Thätigkeit erhalten werden,