Volke. das dem auf dem anderen Ufer fremd oder feindlich ist. Eben so wenig ist btt Rhein heutzutage eine gute strategische Grenze, er müßte denn zur Basis eines Systems von Festungen auf beiden Ufern gemacht werden. Nur Gebirge und Meere sind wahrhaft natürliche Grenzen. Um den Rhein zu haben, müßte man bis zu seinen Quellen hinauf beide Ufer besetzt halten bis zu den Gebirgen der rechten Sette. Diejenigen, welche am lautesten von der Rheingrenze reden, würden doch vor der Idee znrückschrecken, so weit zu gehen. Außerdem bildet Frankreich eine nationale römisch-gallische Einheit; hüten wir uns, zu viel fremde Elemente aufzunehmen. Wenn zu der Million französir- ter Deutschen im Elsaß noch drei oder vier Millionen germanisch gebliebener Deutschen kämen, so würde dies eine mächtige Masse bilden, die durch Sprachen und Sitten stets getrieben würde, sich wieder ihrem Mutterlande anzuschließen. Es würde also um den Preis mehr scheinbarer als wirklicher Vortheile das herrliche Gleichgewicht der französisch nationalen Kräfte gestört. Jedoch darf man darum nicht behaupten, daß unsere östliche Grenze immer die von 1815 bleiben müsse. Man darf gegen eine Grenzlinie protkstiren, welche dem Feind Lothringen und die Campagne geöffnet, und unsere Grenze deßhalb durchbrochen hat, um das von uns befestigte Landau und das von uns gebaute Saarlouis uns zu entreißen. Hier könnte Gerechtigkeit gebieten und Klugheit empfehlen, eine Grenzberichtigung eintreten zu lassen. Diese Grenzlinie würde dann eine definitive sein. Frankreich würde dann in Europa das Werkzeug des Friedens und der schiedsrichterlichen Entscheidung sein, wie es schon Heinrich IV. im Sinn hatte. Deutschland hat nicht Frankreich zu fürchten; seine Gefthc kommt von Rußland. Wenn Rußland seine jetzige Krists bestanden hat, wird Deutschland sein erstes Opfer sein. Deutschland müßte daher die polnische Nation nicht vernichten helfen, sondern sie zu seinem Schilde machen. Das Werk der Assimilirung, welches Preußen in Posen verfolgt, scheint unS bedauerlich und unklug. Preußen sollte Posen an ein neues Polen abgeben und sich dafür enger an Frankreich anschließen. Die Deutschen sollten die Ungerechtigkeit der polnischen Theilung wieder gut machen; dadurch würde Europa Garantiern dauernder Wohlfahrt erhalten; ein polnisches Reich würde die Unabhängigkeit und Freiheit der
Völker sichern."
Bekanntmachungen.
I Versteigerungs-Anzeige.
Dienstag den 8. October, Stadtamt's Auftrag die zum G. O p P e n- h e tm'sch n Nachlaß gehörigen Gegenstände, als: Bettung, 1 Matratz;, Kleidung u. Leibgerâth, sodann in Stadtamts Auftrag:
1 nußb. Caunitz, 1 bronz. Standuhr, 1 gr. Spiegel in Goldrahmen, 1 Lesettsch, ferner in Fiscalats Auftrag:
a) 1 Droschke, 1 Pferd;
b) 1 Flügel, 1 Canopee, 1 Commode, 1 Tisch, 9 Schildereien;
c) 2 Commoden, 1 Canapee, 6 Stühle, 2 Spiegel, 1 Uhr, 1 Arbeitstisch, 10 Schildereien ;
d) 1 Canapee, 4 Stühle, 1 Commode, 1 Tisch, 1 Spiegel, 1 Nachttisch, 1 Pendule, 1 Commode mit Aufsatz,
in dem Vergantungszimmer gegen baare Zahlung öffentlich an den Meistbietenden versteigert. C. Belschner, Ausrufer.
Das Kochbuch von Wilhelmine Rührig (1018 Recepte) ist gut gebunden zu 1 fl. 12 kr. u. 1 fl. zu haben in der Jäger’i^en Buchhandlung, Domplatz. 1401