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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen. Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 234. Donnerstag den 3 October 1861.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

*5* Abonnements auf die drei vereinigten Blätter, Intelligenz- blatt, Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten, werden noch für dieses Semester täglich in der Expedition zu ermäßigtem Preise an­genommen.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 3. October. (Zur Donaufürstenthümer frage.) Man schreibt einem Preußischen Blatte aus London: „An den entferntesten Grenzen des türki­schen Reiches, in jenen Gegenden, wo das Wassergebiet des mächtigen Donaustromes und der ihm zuströmenden Flüsse ein ausgedehntes, zu jeder Cultur geeignetes Land bildet, sehen wir seit anderthalb Jahrhunderten permanente Zuckungen und alle An­zeichen eines chronischen Leidens. Je schwächer durch Unwissenheit und jegliche Art sitt­lichen und politischen Verderbens daS ruhmgekrönte Centrum des Islams mit den Zeiten wurde, desto intensiver und nachdrücklicher ist natürlich die Centrifugalkraft auf den ver­schiedenen Punkten der Peripherie dieser großen Monarchie geworden. Gerade an der Donau aber, wo allem Anscheine nach, am leichtesten, allen geographischen Bedingungen zufolge, ein reiches und zusammenhängendes Volkswesen der türkischen Herrschaft hätte folgen können, ist durch den höchst kurzsichtigen Ehrgeiz des russische» Cabinettes anstatt Wohlstand, Armuth und anstatt Civilisation eine der corruptesten, barbarischsten Wirthschaften entstanden. Die Frage ist aber, ob dieser Zustand nicht blos vorüber­gehender Natur sei und ob nicht die f^t eingreifenden Wirkungen der westlichen Civili­sation und der Cabinette von London und Parts dieser Donaufäulniß ebenso abhelfen werden, wie dies jetzt in Mittel- und Süditalien mit einer alles überwältigenden geisti­gen Macht geschehen ist. Aber diese Verbesserung kann natürlich nur durch die Ein­heit jener Donauprovinzen entstehen, eine Einheit, welche man von gewisser Seite bis jetzt auf alle mögliche Weise zu hintertreiben suchte. Wir zweifeln übrigens nickt, daß die Erstarkung jener Länder sowohl für Rußland als für Oesterreich vom größten Nutzen sein wird. Die Moldau und die Wallachet find gleich Belgien Anspülunqsterritorten, die leicht die fruchtbarste« und gesegnetsten Gegenden von Europa werden können. Han-