Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbebörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
^. 228. Donnerstag den 26 September 1861.
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Ueberbliek -er Ereignisse im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 25. September. Die Opinione nationale kommt in einem längeren Artikel. auf die Conclusionen der bekannten Broschüre -Uempereur Rome, et le Roi d’Italie“ zurück. Der Artikel ist von dem SecretLr der Redaction unterschrieben, behandelt die Lösung der römischen Frage und beschäftigt sich namentlich mit den „historischen Ansprüchen, welche das römische Volk auf politische Unabhängigkeit von dem päpstlichen Stuhle habe." „Gebt, heißt es am Schluffe, dem römischen Volke den Genuß seiner historischen und traditionellen Rechte zurück. Befragtes, lasset, wie überall, in Rom die große Stimme der allgemeinen Abstimmung reden. Mögen unsere Bayon- nette die Aufrichtigkeit dieser Wahl beschützen und nöthiqenfalls beaufstLtigen., Und wenn, wie eS vorauszusetzen ist, die Römer auS freien Stücken auf das Vorrecht verzichten, die Heerde der Krrche zu sein, um die Unterthanen Victor Emanuels zu werden; wohlan I so stelle man es ihnen frei, ihn zum König auszurufen und Rom werde dann der That nach, was es durch das Recht ist: die Hauptstadt Italiens!" — Das Pays spricht sich mit großer Schärfe gegen die anti-russische Agitation in Polen aus: Herr Paulin Lymairac stellt sich auf den Standpunct der practischen Politik. Zunächst hat er die für den 23. ds. ausgeschriebenen Wahlen für die Districts- und Municipalräthe im Auge. Polen werde dadurch in den Besitz von Institutionen gelangen, die nock weit liberaler und demokratischer seien, als die, deren sich Frankretcb von 1848 erfreut habe. Polen solle die ihm vom Kaiser Alexander in höchst loyüer Weise verliehenen Institutionen ohne Rückhalt h!nnehmen. Sie enthielten den Keim aller Reformen, die ein Volk wünschen könne und durch welche ihm eines Tages der Genuß einer wahrhaften Freiheit zugesichert werden würde. Wenn Polen auf die Stimme der extremen Partei höre, so werde es alle Vortheile seiner neuen Situation verlieren, die ausgezeichnet und zukunftsreich sei. Herr Lymairac beschwört also die guten Bürger, die doch in Polen die Mehrzal bildeten, wie überall, mehr als je wachsam zu sein und das Unheil abzuwenden, das über ihr edles und theures Vaterland hereinzubrechen drohe. — In ähnlicher Weise bringen auch Siècle und Temps besänftigende Artikel.