Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankjurter Nachrichten als Extrabeilage. ...... .......... .
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
^. 222. Donnerstag den 19. September
1861
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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 19. September. Die Heidelberger National-Versammlung hat bekanntlich den Beschluß gefaßt, „in jeder ihr möglichen und gesetzlich zulässigen Weise die Bildung von Wehrvereinen in Deutschland zu fördern. „Bereits wird diese Phrase eifrig in den demokratischen Organen verfochten und als ein bequemes Mittel für Agitationen zur Anwendung gebracht, um die Ueberflüsstgkeit einer Vermehrung des stehenden Heeres damit zu beweisen. Dies« Angelegenheit erfordert eine vielfache und die verschiedenen geschichtlichen Ereignisse eingehende Erörteruna, für heute wollen wir aber daran erinnern, daß z. B. in Preußen die Stärke der preußischen Armee nach ihrer jetzigen Formation mit Ausschluß der Landwehr 2. Aufgebots circa 550,000 Mann inclusive der Offiziere, Trainsoldaten u. s. w. beträgt. Setzt der König von Preußen diese gewaltige Truppenmaffe in Bewegung, so wird wahrscheinlich für die kriegerische Thätigkeit der „Wehrmänner" wenig Raum zu finden sein. Nach den im Jahre 1847 angestellten Ermittelungen des preußischen Krtegsmintsteriums waren 800,000 Mann in Preußen militärisch durch den Dienst im stehenden Heer« ausgebildet und kriegspflichtig. Diese gaben also dem unter den Waffen bereits stehenden Heere einen Ersatz von 240,000 Mann. Preußen zählte 1854 über 633,000 Männer im Alter vom 20. biS zum vollendeten 24. Lebensjahre, unter denen über 440,000 Mann dienstpflichtig waren; unter diesen waren zur Aushebung tüchtig über 62,000 Mann. Kommen diese nun wirklich nach der neuen Heeresorgantsatton neben den 12,000 jährlichen Freiwilligen zum Dienst, so bleiben den projecttrten Wehrvereinen zur Herstellung des beabsichtigten VolkSheerS nur noch diejenigen übrig, welche wegen körperlicher Schwäche oder zu kleinen MaßeS zum Felddtenst für untauglich erklärt sind. Die letzteren betragen jährlich circa 102,000 Mann und nur auf diese kleinere Generation würde sich also die Agitation der Wehrvereine zu werfen haben, denn die anderen kräftigen Männer sind bereits militärisch ausgebildet. Man sieht, wohin die leere Phrase führt. Wollen Vereine das Turnwesen der Jugend, nament-