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ZntelligenzBlatt der freien Stadt Frankfurt, ^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthansgasse 21.)

M 210. Donnerstag den 5. September 1861.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 5. September. Der süddeutschen Zeitung wird vom Main von einem neuen Projekt zur Küstenbefestigung geschrieben, welche- von einigen höher« Offizieren ausgearbeitet und geeigneten Orts zur Kenntniß gebracht werden soll. Der Kern dieses Vorschlages, welcher die Küstenvertheidigung besser als die Uferstaaten zu verstehen meint, besteht darin, daß statt der Küstenbefestigungen nur die Flußmündungen und Häfen durch Batterien geschützt werden sollen, auch die projectirte Eisenbahn längs den Küsten in Wegfall kommen müsse. Das heißt denn mit anderen Worten eben keinen Küstenschutz Hetstrllen und auf jede- Mittel verzichten, eine feindliche Landung zu verhindern. Der Zweck soll sein, den Streit zwischen Preußen und Hannover zu beseitigen und der han­noverschen Regierung die Möglichkeit zu verschaffen, selbst für die Vertheidigung der Küste Sorg« zu tragen, da sie dann aus eigenen Mitteln die Fortificationen anlegen könne. Dieser Vorschlag grenzt an Stupidität l In Süddeutschland genügen den Leuten nicht 4 Armee-Corps, um die Grenze zu schützen und an der Nordsee sollen einige Dutzend Kanonen den Zweck erfüllen? Es ist vorauszusehen, daß am Bunde der ganze Küsten­schutz auf diese- Prvjrct hinauslaufen wird, worauf auch der gedachte Vorschlag dadurch hindevtet, daß er drei Flotte«, eine österreichische, eine preußische und eine deutsche unter Hannovers Führung, hergestellt wissen will. Wie steht es aber mit dem preußischen Kriegshafen an der Jahde? Soll Hannover di« neue deutsche Flotte bet Preußen in Kost und Pflege geben, oder sie, wie weiland die Argonauten, zeitweise auf's Land ziehen, damit sie überwintere? — Die diesjährige General-Conferenz des Zollv reins sollte nach früherer F-stsetzung in der Mitte des nächsten MonatS in München zusammentreten. Inzwischen haben, wie die B.- und H.-Ztg. schreibt, die Verhandlungen mit Frankreich wegen eines se.tens des Zollverein- mit diesem Lande abzuschließendèn Handelsvertrages eine Verschiebung des Termine- auf so lange geboten, bis diese Verhandlungen so weit gediehen sein werden, um fertige Resultate der General -Conferenz zur Gmehmtgurg vorlegen zu können. Sollte im Laufe diese- Jahres es nicht gelingen, die Verhandlungen m t Frankreich big zu solchen Ergebnissen zu führen, so würde die General Conferenz voraussichtlich für dieses Jahr ganz ausfallen. — Von mehreren Blättern ist die N ichricbt verbreitet wor­den, daß die päpstliche Regieruag an verschiedene Höfe ein geheimes Rundschreiben ge­richtet habe, worin über die Politik, welche die französische Negierung dem päpstlichen Stuhl gegenüber befolge, Klage geführt werde. Unter den Höfen, welchen dieses Cir-