intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt,
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
Dienstag den 3 September
1861.
Abonnementsprets für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außerMontagS.
Linrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.
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MD?" Abonnements auf die drei vereinigten Blätter, Jntelligenz- t, Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten, werden tag*
lich in der Expedition angenommen, und sind noch einige Exemplare dieses Semesters zum Completiren vorhanden.
Ueberblick 6er Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
M Frankfurt, 3. September. (Zur Situation.) Die „p reußische Stern* zeitung " sagt in Betreff der dänischen Frage unter Anderem: „Erstens springt es in die Augèn, daß sich neuerdings in der diplomatischen Welt eine starke Neigung geltend macht, die deutsch-dänische Angelegenheit vor ein europäisches Forum zu ziehen. Das dänische Cabinet hat stets mit besonderem Eifer auf dieses Ziel hin- gearbeitet. Aus dem Auftreten des englischen Ministeriums ergibt sich als Hauptge- sichtspunkt für die Thätigkeit desselben das energische Bestreben, schon im Keime Alles zu ersticken, waS im Norden zu einer Störung des europäischen Friedens führen könnte, und deßhalb die holsteinische Frage um jeden Preis, selbst um den einst mit gerechten Bedenken betrachteten Preis europäischer Conferenzbescklüsse, unschädlich zu machen. Daß aber eine derartige Tendenz, die Frage der Herzogthümer schlechthin, es koste, waS es wolle, von der politischen Tagesordnung zu schaffen, unS sehr ungünstige Aspecten für eine befriedigende Erledigung der Angelegenheit darbietet, liegt auf der Hand; unter solchen Auspicien ist eS unzweifelhaft besser, für jetzt auf eine endgiltige Entschet- dung .zu verzichten. Nicht minder bèdenklich ist eine andere uns ebenfalls zuwiderlausende Strömung, die in der letzten Zeit, nicht bloß in Dänemark, sondern auch an anderen Orten, auffallend an Kraft gewonnen hat. wir wollen sie kurz als die eiderdäntsche bezeichnen und dürfen. für unsere Leser, welche den Vollgehalt der von Deutschland zu Gunsten der Herzogthümer geltend zu machenden Forderungen kennen, nicht no* speciell hervorheben, wie sehr sie unsere Interessen zu beeinträchtigen geeignet ist. Wie nun, wenn die dänische Regierung, sich inmitten der Bundesexecution oder gar inmitten des Krieges, den sie durch eine Blokade unserer Häfen eröffnet hätte, plötzlich pure auf den eiderdânischtn Standpunkt stellt? Diese Eventualität, auf die mancherlei Umstände htn- drängen verdient sehr ernstlich ins Auge gefaßt und mit der bedenklichen Tendenz, die