Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Blatt

der freien Stadl Frankfurt, zS^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

........*•—»•—w***--

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Jg 206. Samstag den 3t August 1861.

Abonnementsprets für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Ltnrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

WW- Abonnements auf die drei vereinigten Blätter, Intelligenz- blatt, Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten, werden täg­lich in der Expedition angenommen, und sind noch einige Exemplare dieses Semesters zum Completiren vorhanden.

UeberbUck der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 31. August. (Zur (Situation.) Die Erscheinung einer briti­schen Flotte in dem Hafen von Neapel hat daS zeitungsconsumirende Publikum ein wenig stutzig gemacht. Die Politiker haben daraus schließen wollen, daß Frankreich direkte oder indirekte Absichten auf den Süden von Italien habe, und daß die Erschei­nung der englischen Kanonen eine Verhinderung dieses geheimen Planes und eine even­tuelle Kriegserklärung für den Fall seiner Realisirung in sich enthalte. Es ist nicht unser Beruf, die französische Politik zu vertheidigen und wir sind zu wenig eingeweiht in ihre Geheimnisse, um die Richtung, bie. sie einzuschlagen gedenkt, richtig zu beur­theilen, allein da« sagt uns unser gesunder Menschenverstand, daß heute wie gestern die Schaffung eines italienischen Königreichs vom guten Willen des französischen Kabinetts abhängig ist und daß es nur eines Winkes von Paris aus bedurft hätte, um die sieg­reichen Fahnen der Oesterretcher trotz aller englischen Seekanonen nach Turin und selbst nach Neapel zu führen. Es steht in der Gewalt keiner englischen Flotte der Welt, die contin entalen Machtverhältnisse umzuwandeln und man weiß das an kei­nem Orte von Europa besser, als in Turin selbst. Bei dieser Gelegenheit möge man sich auch erinnern, daß der König Mürat I. lange Jahre in Neapel regiert hat, allen englischen Schiffen, die im mittelländischen Meere kreuzten, zum Trotze und zum Verdruß, und daß bet den beschleunigten Verbindungen der jetzigen Zeit es ein Leichtes wäre, hinreichend Truppen nach Süditalien zu schicken, um die schleunigste Entfernung der englischen Schiffe aus Neapel zu bewirken. Die englische Flotte scheint also nur einer gewissen Popularitätshascherei wegen vor der Stadt des Vesuvs erschienen zu sein und es wäre einmal Zeit, solche theatralische Manifestationen bet Seite zu lassen, die den tiefer Eingeweihten in der Politik nur ein gemüthliches Lächeln verursachen. Summa summarum: Wenn Frankreich Neapel besetzen will, so wird keine englische Flotte es