JvteMgenz-Blatt
der freien MM Frankfurt
Verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, FM und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgâffe 21.)
JS 204. Donnerstag den 29. August 1861
für's halbe Jahr 2 fl. 30 fr. Tägliche Ausgabe außer Montags, khren: 6 kr. für die ganze, 3 fr. für die gespaltene Zeile.
AbonnementSprets Stnrückungsgeb
MF” Abonnements auf die drei vereinigten Blätter, Intelligenz- blatt, Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten, werden täglich in der Expedition angenommen, und sind noch einige Exemplare dieses Semesters zum Completsren vorhanden.
Ueberblick -er Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 29. August. Zwei Vereine in einem deutschen Mittelstaat und eine jährliche Verwendung von wenig über 100 Thlr., daS waren vor nun bald drei Jahrzehnten die Anfänge der Gustav-Adolfstiftung. Heute zählt sie, über alle Lande verbreitet, gegen 50 Haupt- und 1500 Zwetgveretne und verwendet 150 bis 160,000 Thlr. im Jahr, während die Gesammtsumme der Unterstützungen sich gewiß auf l1/» Millionen Thlr. beläuft. Damals konnte nur zuweilen einer armen böhmischen Gemeinde eine Unterstützung gereicht werden; heute reicht der Verein die hilfreiche Hand zu bedrängten Glaubensgenosien in alle Länder der Erde hinüber. In Deutschland, Frankreich, Italien, Ungarn, Rußland, Portugal, der Türkei, in Algier, Egypten, Kleinasien, in Nordamerika, in den Staaten des La Plata und in Australien legen lebendige Werke Zeugniß ab von diesem deutschen Vereine. Hunderte von Kirchen, Kapellen, Bet- häusern, Schulen hat er allein gebaut, oder doch wesentlich durch seine Hilfe ins Leben inufen; Geistliche und Lehrer bestehen an vielen Orten allein durch seine Hilfe; durch hn wird das Wort evangelischen Glaubens an Stätten vernommen, wo eS lange ver- tummt war, und daneben hat es noch Herz und Hand für viele besondere Werke der Barmherzigkeit, die sich nicht alle aufzählen lassen. Und doch ist mit allen äußerlichen Zusammenstellungen erst der geringste Theil seines gesegneten Wirkens genannt. Nicht was er bis daher geleistet hat, ist das Größte, sondern das weite Feld das er eröffnet hat für die Werke eines freien, warmen, thatkräftigen Glaubens, die große Gemeinschaft des Wirkens und Strebens in der einigen Gesinnung evangelischer Liebe, die er in seiner Kirche hervorgerufen hat. Zur Zeit der Gründung des Vereins wußte man in Deutschland kaum von der Noth jener einzelnen böhmischen Gemeinden; heute ist d e Fülle der Arbeit nicht mehr zu überschauen, und an jede That fast knüpft sich die Aufforderung zu neuen Thaten an. Das mag hie und da einmal vorübergehend ent#