Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Blatt

der freien AM Frankfurt srrbundsn mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,^^ und den FraNtsuttek Nachrichten als Extrabeilage.

1---«««mWMWWMw---- K-

(Gxpedition: am Geistpförtchen, Schlachthansgasse 21.)

M 200. Samstag den 24. August 1861.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, 24. August. (Zum deutsch-dänischen Span.) Es ist nur selbstverständlich, sagt das Frankfurter Journal, daß die neue Wendung, welche in der holsteinischen Angelegenheit eingetreten, einer sehr verschiedenen Beurtheilung unterliegt, rechnen wir auch die geradezu tendenziösen, nicht von der Sache selbst eingegebenen gar nicht dazu. Hätte es sich im gegenwärtigen Augenblicke darum gehandelt, oder vielmehr handeln können, zwischen einer vorläufigen Maßregel, einem abermaligen Provisorium und dem vollen Preise: der Erhebung der noch abgeschwächten Frage zur vollen schles­wig-Holsteinischen zu wählen, so würden wir auch das jetzt Erreichte nur bedauern kön­nen. Wie die Dinge aber lagen und liegen, haben wir guten Grund zur Annahme, daß der gegenwärtige Waffenstillstand vor dem Kriege doch die Folge eines deutschen Steges und im Vergleiche zu Dem, was gedroht hatte, und glücklich verhindert wurde, ein wirklicher Gewinn ist. Es dürfte sich noch sehr fragen, ob es allein nur Lord John Russell gewesen, welcher die Angelegenheit in die uns jedenfalls verderbliche Bahn einer europäischen Conferenz hätte letten wollen; ob Preußen bet seiner entschiedenen Abwei­sung dieses für den Augenblick gewiß Aergsten nicht auch noch andere nähere Neigungen und Gelüste dazu zu überwinden gehabt habe, als die englischen. Wie dem sei: der deutsche Charakter der Frage ist gerettet, ihm ist nichts vergeben, und die Gefahr für jetzt beseitigt, durch eine Execution in der rein holsteinischen Frage, deren Umwandlung tu einen ehrlichen Krieg leichter zu wünschen, als mit E folg auszuführen war, das Recht und Schicksal Schleswigs zu compromittiren. Am wenigsten aber wird uns die Sprache der dänischen Regierung oder gar der dänischen Presse in unserem Urtheile irre machen dürfen. Ist jener schon eine irrige Darstellung darin nachgewiesen, daß Preußen die Initiative zu dem Vorschläge ergriffen hätte, welcher eine Sistirung der Execution veranlassen mußte, so wird es noch weniger verwundern können, wenn letztere ihren Unmuth über die gemach­ten Zugeständnisse hinter die Versuche, sie möglichst zu verkleinern, versteckt. Für das Wesen der Sache selbst können die Windungen des verletzten Uebermuths in der That nichts bedeuten; wohl aber dürften diejenigen dänischen Organe das Richtigere treffen, welche in einer perfiden Deutung des Etngerâumten die Gefahr erblicken, von Deutsch­land die Beschuldigung einer mala fides gegen die dänische Regierung erhoben zu sehen, oder auch es mit den befreundeten Mächten gründlich zu verderben. Zu dem Einen wie zu dem Andern könnte allerdings leicht Rath werden, und das letztere dürfte, worin wir schwerlich irren, schon seinen Antheil an der gegenwärtigen Situation geübt haben. Die dänischen Winkelzüge werden Deutschland Vorsicht lehren, wenn dieß noch noth-