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Intelligenz-Blatt

der freien AM Frankfurt,

»erbundm mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden und den Frankfurter Nuchnchlcu als Extrabeilage.

(Expedition; am Gelstpförrchen, Schlachthausgaffe 21.)

Jg 186. Donnerstag den 8- August 1861.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der Politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 8. August. (Zur Situation) Der Tod des englischen Kriegsministers Lord Herbert, der am 1. August im Älter von 51 Jahren starb, erregte in ganz England daS lebhafteste Bedauern. Glückliche Naturanlagen und ein unermüdlicher Fleiß hatten ihn rasch zu den höchsten Würden befördert, in ihm sah daS Land seinen künftigen ersten Minister. Alle Genüsse des Lebens und des Reich­thums opferte er seinem Berufe, kaum daß er in einem Jahr sich einen Tag der Er­holung gönnte. Dieser rastlosen Thätigkeit erlag seine sonst kräftige Natur, er starb an Ueberarbeitung. Die Königin, um ihn der anstrengenden Thätigkeit im Unterhause zu entziehen, ernannte ihn vor wenigen Wochen zum Pair. Es war zn spät, seine Kräfte waren erschöpft, er ging zu seiner Erholung nach Spa, und als sein Uebel schlimmer ward, nach seinem Schloff« zu Wilton bei Salesbury, wo er, von seiner zahlreichen Familie umgeben, am 1. d. M. starb Er war Bruder und Erbe des fetzigen Grafen Pembroke und hinterläßt sechs Kinder. Der älteste seiner Söhne zählt 11 Jahre. Der Tod rief ihn von seiner Laufbahn ab in dem Alter, in welchem in England die Thätigkeit in öffentlichen Angelegenheiten erst recht beginnt; dennoch sichern die von ihm der Nation ge­leisteten Dienste seinem Namen einen ehrenvollen Platz neben Englands größten Staatsmän­nern.—Der „Nord" enthält die Antwort eines Tuffen auf eine jüngst in der „Presse" enthal­tene Schilderung der tief herabgekommenen Lage Rußlands in politischer und finanzieller Beziehung. Er gibt zwar zu, daß die übermäßigen Anstrengungen im orientalischen Krieg große Ausgaben erfordert und schwere Lasten hinterlassen hätten, denn beim Pariser Frieden habe Rußland 900,000 Mann auf den Beinen gehabt, doch wären die 500 Millionen Rubel Papiergeld, die man im Laufe des Krieges gemacht habe, wenig im Vergleich zu den 4000 Millionen Franken Kriegsanleihe der Gegner. Seit dem Fr eden wäre Rußland unausgesetzt mit inneren Reformen beschäftigt, eS habe keine neue Aus­hebung gemacht, dem Ackerbau dadurch keine Kräfte entzogen, und obschon die Armee auf 500,000 Mann reducirt worden sei, habe eS dennoch in der Zwischenzeit am Amur und am Kaukasus große Länderstrecken erworben. Die kritische Empörst feiner inneren Umgestaltung erfordere alle mögliche Anstrengung und es werde mehrere Jahre dauern, bevor eS seinen kühnen Flug wieder fortsctzen könne, aber eines sollten die nicht vergessen, welche heute Rußland für so unbedeutend halten, im Jahre 1370 bestand Rußland, von N Mongolen zu Grunde gerichtet, nur dem Namen nach, 100 Jahre später hatte eS