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der freien AM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, D und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlacht? avsgrffe 21.)

M 178. Dienstag den 30. Juli 1861.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 30. Juli. In sehr beachtenswerther Weise bemerkt die „Wochen­schrift des Nationalvereins" in ihrer neuesten Nummer bezüglich des Attentates von Baden-Baden: „Das ist die Thatsache, welche schon vermöge ihrer Unbegreiflichkeit die Gemüther mit Schrecken erfüllt hat, und welche man htnnehmen muß, wie eine Erschei­nung aus einer Seelenwelt, die den gewöhnlichen Gesetzen des Denkens, Empfindens und Wollens nicht Unterthan ist. Wie ruhig und regelmäßig der Puls Beckers auch gehen möge, wie nüchtern und bestimmt er sich ausdrücke, wie wenig sich eine Störung der Thätigkeit seines Gehirns nachweisen laffe, in einem gesunden Kopfe kann der Ent­schluß zu der That vom 14. Juli nimmermehr ausgebrütet sein. Der Antrieb, der Plan, die Berechnung des Thäters liegen augenscheinlich jenseits der Grenzen der mensch­lichen Vernunft, und sein Verbrechen, wie so manches Andere, von welchem die Jahr­bücher der Strafjustiz berichten, trägt alle Kennzeichen einer unerklärlichen und einzig in ihrer Art dastehenden Monstrosität." Ja, es gibt einen fixen Wahn, bei dem eine ziemlich normale Temperatur des Gemüths und gesammten Seelenlebens stattfinden kann; bei dem vielleicht nur im gewöhnlichen Zustande ein etwas besonderes, stolzes oder auch argwöhnisches, scheues Benehmen bemerkbar ist, ohne daß eigentlich Auffälliges entgegen- tritt. Der fixe Wahn charakterisirt sich dadurch, daß irgend ein Gedanke, eine Vor­stellung, ohne wahr zu sein, vom Kranken für das Gewisseste gehalten wird, und dann, irgendwie angeregt, die Herrschaft über den übrigen Inhalt des Seelenlebens und über die ganze Individualität ausübt, während der Keanke außer diesem Eine« als verhält- nißmäßig psychisch-gesund erscheinen kann. Meist ist ein solcher fixer Wahn theoretischer Natur; wie es z. B. Leute gibt, die sich vor Allen befähigt, berufen oder von Gott aus­erlesen halten, irgend eine schwierige wissenschaftliche Aufgabe zu lösen, oder wohl auch die gesammte Staatseinrichtung oder den herrschenden Gesammtzustand der Menschenbildung umzugestalten, die Menschheit von allem Uebel zu befreien. Zuweilen kann zu einer solchen Verrückung des Verstandes auch eine Verirrung des Willens und der That treten. Die Ein­bildung, Deutschland groß und glücklich zu machen, hätte bet Becker ein unschädlich fixer Wahn bleiben können; der Wahn, das Mittel dazu könne eine blutige Missethat sein, führte den Unglücklichen zum Verbrechen des Wahnsinnes. Immer erscheint als Grund­lage fixer Wahn, ein partieller Wahnsinn, eine „Verrückung" des Verstandes. — Die letzre Sitzung der Bevollmächtigten in Berlin für die Unterhandlungen wegen eines Handelsvertrages zwischen dem Zollverein und Frankreich im auswärtigen Amte, welcher der Minister von Schleinitz beiwohnte, hatte nur eine kurze Dauer. Nach der-