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ZnteMgenz-Blmt der freie» Stadt Frankfurt, /^ »erbundm mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, ââDI und den FraLksurLcr Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Gcistpförtchen, Schlachthausgasse 21.) n ^onnërstäg^n^^

Ueberblick Zer Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 18. Juli. Wir lesen in der Zeit: Der Mordversuch in Baden- Baden hat natürlich vor allem in Berlin, wo die Bevölkerung während des größten Theils des Jahres den König beständig in ihrer Mitte weiß und fast jedes Kind ihn von Angesicht kennt, Aufregung und Antheil hervorgerufen. Die Blätter geben diesen Empfindungen Ausdruck. Die Kreuzzeitung „dankt Gott in Demuth, daß der Bösewicht kein Preuße war;" die neue Sternzeitung „vermag einstweilen nur den tröstlichen Ge­danken auszusprechen, daß der junge Verbrecher kein Preuße ist und trotz seines Namens und seiner Herkunft auch keinem anderen deutschen Staate mehr anzugehören scheint." Dasselbe der Regierung zunächst stehende Blatt hegt die Ueberzeugung, „daß diese That eines einzelnen wahnwitzigen Fanatikers mit den Bestrebungen keiner politischen Partei in näherer Beziehung stehe," und drückt sein Mitgefühl an dem Schmerze aus, „den ein so frecher und schwerer Friedensbruch dem badischen Bruderlande bereitet hat, einem Lande das uns durch die enge Familienverbindung der Herrscherhäuser besonders nahe getreten ist." Die „Nattonalzettung" sagt zum Beweise, daß die preußische Demokratie ebenso loyal als national gesinnt ist: „Man fragt umsonst, was einen Ausländer, der kaum je seinen Fuß nach Preußen gesetzt zu haben scheint und auch in andern deutschen Städten nur vorübergehend als Fremder verweilt hat, zu einem meuchelmörderischen Angriff auf einen Fürsten treiben konnte, der in der ganzen Welt einer so hohen Ach­tung genießt, wie Se. Majestät der König. Das gesammte deutsche Volk wird die Empfindungen des preußischen und seine Freude theilen, daß das Verbrechen nur ein Versuch geblieben ist. Noch lange möge Se. Majestät seine glücklich begonnene Regie­rung fortführen I Wenn wir in kurzer Frist mit Sicherheit auf eine vollständige Ge­nesung rechnen dürfen, so wird eben so gewiß keine Narbe dieser widerwärtigen Er­fahrung in dem Herzen zurückbleiben, das bisher unter keinem Eclebniß etwas eingebüßt hat von seiner Gerechtigkeit, Weisheit und Güte." Aehnlich äußert sich die „Volks­zeitung." Von Berlin gehen Abordnungen des Magistrats und des Stadtverordneten- collegs an den König nach Baden-Baden ab, von Köln eine Adresse der Stadtverord­neten. Der „Staatsanzeiger" sagt über die Verletzung des Königs: „Es fand sich, daß eine Kugel durch den Kragen des Rockes gedrungen war in etwas schräger Richtung auf der linken Seite des Halses; sie hatte ein Stückchen der Halsbinde mitgenommen und auf dem Halse eine Contusion, blutig unterlaufen, etwa einen Zoll im Durchmesser verursacht," und theilt folgenden Bericht des Leibarztes Dr. Lauer vom Montag Morgen acht Uhr mit: „Se. Majestät der König hat in der verflossenen Nacht ziemlich gut geschlafen,