(Expedition: am Gcistfiförtchen, SchlachthauWasse 21.)
JntelligenzBlatt der freien Stadt Frankfurt, ^S perbuuden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehèrdm,M^^^W und den Frovlfvrter Nachrichten als Extrabeilage. sW«
M 164. Samstag den 13. Juli 1861.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 13. Juli. Man schreibt der „Zeit" aus Berlin: Die für uns nicht weniger als freundschaftlichen Bemühungen Englands, zunächst ein Einvernehmen der außerdeutschen Mächte in der schleswig-Holsteinischen Frage zu Stande zu bringen und weiter eine allgemeine europäische Conferenz in London zusammen zu rufen, bezogen sich auf die Bewerkstelligung eines Definitivums für die Herzogthümcr. Unterschieden davon ist natürlich die zwischen den Ständen Holsteins und dem Bunde einerseits und dem König von Dänemark andererseits schwebende Budgetfrage. In Bezug auf diese letztere haben jetzt alle außerdeutschen Mächte Dänemark den dringenden Rath gegeben, sich durch nachträgliche Nachgiebigkeit gegen die Forderungen des Bundes der Execution zu entziehen. — Die „Allgemeine Augsburger Zeitung" orakelt über die Ministerkrists mit einer Zuverlässigkeit, als hätte ihr Correspondent sie mit durchgemacht. Erst im letzten Ministerrath (also am 5. d.) sei die Krisis erledigt; bis dahin sei keine Entscheidung getroffen gewesen, womit die Abberufung des Ministers v. Bethmann aus dem Eisenbahnhof zusammengehangen habe. Diese letztere Abberufung ist nun leider genau so ein Mythus wie die bekannte Geschichte, die dem Fürsten von Hohenzollern auf einem rheinischen Dampfschiff begegnet sein sollte. Uèbrigens war die Krisis bereits am Anfang der vorigen Woche dadurch beendigt, daß der König selbst aus eigener Bewegung den Ausweg der Krönung ergriff. Hierauf folgten zwei Ministerräthe, denen der König beiwohnte. Gleich in dem ersten wurde die Krönung definitiv entschieden, im zweiten nur noch Formalitäten erledigt. — Bekanntlich hat Herr von Schleinitz schon seit längerer Zett den Wunsch geäußert, mit Rücksicht auf seine Kränklichkeit von seiner jetzigen Stellung entbunden zu werden.' Dieser Wunsch scheint in jüngster Zeit lebhaft wiederholt worden zu sein; doch wird aus der Ankunft einiger hervorragender preußischer Diplomaten nicht der Schluß gezogen werden dürfen, daß ein Wechsel in der Leitung des Ministeriums des Auswärtigen in den nächsten Tagen oder Wochen bevorstehe. — Die „Allg. Pr. Ztg." beleuchtet die Huldigungsfrage und die dabei von der Kreuz- zeitung geübte Taktik. Sie führt aus, die Argumentationen des ritterlichen Blattes wären im Wesentlichen darauf hinaus gelaufen, die Zulänglichkeit und Competenz des Landtags als einer Volksvertretung in Frage zu stellen, indem es dre Vorstellung zu instnuiren gesucht, daß außerhalb des Landtags es noch andere Gesellschaften im Staate gebe die trotzdem ebenfalls als eine Art von Volksvertretung betrachtet und behandelt zu werden verdienten. Die Kreuzzeitung habe hierdurch dem Gefühl Eingang verschaffen wollen, als ob Mr uns in durchaus verworrenen und haltlosen staatsrechtlichen Verhalt-