Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt. ^^ ' verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, D^W^M und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. ^'^^WW
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(Gxpedèrivn: am Geistpförtchen, SchlachHausgaffe 21.)
^ 151 Dienstag den 2. Juli 1861.
Don -er Arznei - Taxe -er freien Sta-t Frankfurt, publizirt im Amtsblatts No. iS, find Exemplare auf Schreibpapier in Octavformat zu 30 kr. in -er Expe-ition zu haben.
UeberbliS der GreLgniffs Lm Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 2. Juli. (Zur Situation.) Die Anerkennung des Königs von Italien von Seiten Frankreichs, welche der Moniteur vom 25. Juni meldet, ist erst erfolgt, nachdem sich das kaiserliche Kabinet nach allen Seiten sichergestellt hat, ohne jedoch nach einer einzigen Seite hin bindende Verpflichtungen einzugehen. Victor Emanuel gegenüber hat Napoleon persönlich die Anerkennung als durch hie gegenwärtigen Zustände im Interesse Italiens geboten zugestanden; dem Papste ist die Zusicherung ertheilt worden, der Kaiser werde ihn nie im Stiche lassen; dagegen haben Oesterreich und Spanien bereits Anfangs des vorigen Monats von dem französischen Minister des Auswärtigen, Herrn von Thouvenel, auf ihre Verwendung zu Gunsten der weltlichen Macht des Papstes eine für beide gleichlautende Antwort erhalten, welche durch ihre feine Ironie auch die bescheidensten Hoffnungen der Klerikalen niedergeschlagen haben wird. Es klingt fast komisch, wenn die französische Negierung die Ausschreitungen der italienischen Bewegung bedauert und darauf hinweist, sie habe deren Folgen möglichst beschränkt und durch die Vermehrung der französischen Besatzung in Rom so viel erreicht, daß der heilige Vater in seiner Hauptstadt ruhig bleiben und wenigstens eines Theils seiner weltlichen Besitzungen sicher sein konnte. Aeußerst sarkastisch klingt ferner die Zurückweisung der Annahme, daß die päpstlichen Staaten und die Stadt Rom der katholischen Welt als Eigenthum zu todter Hand gehörten und über dem Rechte stânden, welches das Geschick anderer Souveränetäten bestimme. Die Hinweisung auf die Thatsache, daß England, Preußen, Rußland, Schweden trotz ihrer Eigenschaft als nicbt- katholische Mächte die, den Papst in seine Rechte wieder einsetzenden Wiener Verträge eben so gut unterzeichnet hätten, als Frankreich, Oesterreich, Spanien und Portugal, , verräth eine so absichtliche Gleichgültigkeit gegen die Ansprüche des Papstthums auf die Unterstützung der katholischen Staaten, daß es einen wahren Blödsinn verrathen würde, von Napoleon noch eine innigere Theilnahme für die weltliche Macht der Kirche zu erwarten. Wer iedoch immer noch an die Möglichkeit einer Umkehr der Napoleonischen PoliÜk in Betreff RomS glaubt, den verweisen wir auf die Stelle, in welcher Thouvenel dem Zugeständnis der Papst müsse auf dem Thron seiner Vorfahren erhalten werden,