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Zntelligenz-Blatt der freien Mdt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,M und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse A )

Jg 150. Donnerstag den 27. Juni________1861.

UeberbliS der Greig«M im Gebiete der politischen und materielle« Interessen.

Frankfurt, L7. Juni. (Die Flottenangelegenheit.) In Hannover sind „Grundzüge eines Plans für die Gründung einer deutschen Flotte der Nordsee" aufge­stellt und bekannt gemacht worden, die die „Wochenschrift des Nationalvereins" zum Gegenstände einiger Bemerkungen macht. Der erste Satz derselben lautet: „Wie das deutsche Bundesheer aus .den verschiedenen Heer-Contingenten aller Staaten Deutsch­lands besteht, so wird die deutsche Flotte der Nordsee aus den Flotten Contingen- ten der deutschen Ufrrstaatrn der Nordsee zusammengesetzt." Wir gestehen, daß dieser erste Satz den ganzen Plan in unsern Augen vollständig entwerthet. Ist daS aus dreißig und etlichen Contingenten zusammengesetzte Bundesheer ein Un­ding, was würde eine „deutsche Nordseeflotte" sein, die aus „Contingenten" von Hamburg, Bremen, Oldenburg u. s. w. bestände! Abgeseben davon, daß keiner der deutschen Uferstaaten außer Preußen eine anerkannte Kriegsflagge hat, und daß also die Hansestädte und Genossen vor allen Dingen in London und Paris u. s. w. betteln gehen müßten, um es dahin zu bringen, daß man die zu ihrem Seecontingent gehörigen Kriegsschiffe nicht wie Seeräuber behandle, wäre eine hamburgische, bremische u. s.w. Kriegsflottille im glücklichen Fall bloß eine lächerliche Erscheinung, im wahrscheinlichen Fall aber ein Anlaß zu vielseitiger Demüthigung und Schande. Wurden nicht z. B. die Dänen die Gelegenheit, sich an den hanseatischen Flaggen zu reiben, bei den Haaren berbetziehen, und glaubt man, daß Hamburg oder Bremen in solchen Fällen einen be­sondern Eifer bethätigen würden, die Ehre der Flagge ihrer drei oder vier Kanonen­boote zu vertheidigen? Diese Städte haben übrigens so sehr das Bewußtsein, daß die Sicherheit ihres Handels vorzugsweise in ihrer Schwäche besteht, daß sie sich ganz ge- Wiß nicht aus den Versuch einlassen werden, sich ein kriegerisches Ansehen zur See zu geben das ja doch selbst die leiseste Probe niemals aushalten könnte. AllA was wan von ihnen und den andern kleinen Nordseest raten verlangen kann, ist, daß sie ihren Beitrag zur Vcrstarkungder preußischen Flotte liefern, die, wie nun einmal die Dinge liegen, bis auf Weiteres die einzige „deutsche" Flotte ist, die wir haben können. Möge man Kanonenboote und wo mögl.ch auch tirSfiere KrieaSickiffe in der Elbe, und der Weser, und wo immer man kann und so viel wie Sch bauen, ^cnn man selben aber nM' unmittelbar nach ihrer Vollendung unter den Schutz der preußischen Flagge und unter preußischen Oberbefehl^stellt, so rst damit unseres Dafürhaltens weniger als nichts geschehen. Weniger als nichts, denn ^ Versuch, aus den deutschen Nordseeuferstaaten eben so viele selbstständige „Seemächte