Intelligenz-Blatt
der freien Ftadi Franksllrt, /E^
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Gekstpförtchen, Schlachthausgasie 21.)
M 144. Donnerstag den 20. Juni 1861.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 20. Juni. Ein in Buenos-Ayres erscheinendes Blatt die „Tribüne" bringt das gegen den Exdictator Rosas gefällte, von diesem Journale in fünf Sprachen veröffentlichte Todesurtheil, das folgendermaßen schließt: „In Anbetracht endlich, daß die dem Rosas nachgewiesenen Verbrechen ihn nicht als politischen Angeklagten, sondern als einen jener berühmten Verbrecher erscheinen lassen, dem die civili- firten Nationen kein Asyl gewähren; in Anbetracht, daß die von Publicisten überhaupt und namentlich von englischen Publicisten aufgestellten Doctrinen die allgemeine Verpflichtung in sich schließen, solche Angeklagte als Feinde des Menschengeschlechtes den Behörden des Landes, in welchem das Verbrechen begangen wurde, auszuliefern; wird eine Note an die englische Regierung geschickt werden, um die Auslieferung deS Rosas zu erwirken. Dieses ist mein Urtheil, das veröffentlicht werden soll und welches ich in Buenos-Ayres am 17. April 1861 unterzeichnet habe. Sisto Villegas." — Nach Berichten aus Jamaica vom 24. Mai ist in Kingston am 18. unter dem Vorsitze des Mayor ein sehr zahlreich besuchtes Meeting abgehalten und die Absendung einer die Einverleibung von Santo Domingo in Spanien betreffenden Denkschrift an die Königin von England beschlossen worden. In dieser Denkschrift wird auseinandergesetzt, daß jede Ausdehnung der Macht Spaniens, als einer Sclaven haltenden und Sclavenhandel treibenden Nation, in Westindien entschieden abzuwetsen sei; daß Spanien durch den Besitz der Bucht von Samana seine Stellung in den westindischen Gewässern bedeutend verstärken würde und die mit England wegen Aufhebung des Sclavenbandels abgeschlossenen Verträge noch strafloser als bisher verletzen könnte; daß der Versuch der Einverleibung ohne Zustimmung des Volkes der dominikanischen Republik der Gerechtigkeit, der Volksfreiheit und dem von den Großmächten und der öffentlichen Meinung Europa's anerkannten Rechte jedes Volkes, sich seine Regierung selbst zu wählen, widerstreite; daß das dominikanische Volk von seinem obersten Chef verrathen und verkauft worden sei und Anspruch auf die ganze Macht des englischen Einflusses zur Wahrung seiner Unabhängigkeit habe und demnach die Königin Victoria zu ersuchen sei, den Einfluß ihrer Regierung zu verwenden, damit die Einverleibung von Santo Domingo in Spanien abgewendet werde; und daß endlich das kluge und friedliche, aber energische Verhalten des General« Geffard, Präsidenten von Hayti, Angesichts der sein Land bedrohenden Gefahren, die wärmste Bewunderung verdiene. — Die Denkschrift ist bereits mit der „Atrato" nach England abgeschickt worden. — Nachrichten aus Hayti (Jaemel vom 26. Mai), welche