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her freien MM Frankfurt, verbunden mir dem Amtsblatt, Organ dèr hiesigen Staatsbehörden, A^^â^AA und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. K
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
â 140.Samstag den 15. Juni 1861.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politische« und materielle« Interesse«.
Frankfurt, 15. Juni. (Zur Situation.) Der unvorhergesehene Tod eines einzigen Mannes hat die politische Physiognomie Europa's mit einem Schlage verändert. Nichts legt ein so unantastbares Zeugniß von der Größe und Bedeutung eines Menschen ab, als die allgemeine Anerkennung, daß der Tod desselben eine fühlbare, von Freunden als unersetzlichen Verlust beklagte, von Feinden als ein hinweggeräumtes Hinderniß begrüßte Lücke verursacht hat, welche nicht bloß einem, sondern allen Staaten Europa's Verlegenheiten bereiten muß, wenn der Erfolg nicht glücklich auèfällt. Das ist die Bedeutung eines welthistorischen Mannes, daß sich in der Geschichte seiner Person die Geschichte seiner Zeit konzentrirt, und ein solcher Mann war Cavour, von dessen geschickter Leitung der italienischen Bewegung die Ruhe des ganzen Weltthetls abhing, welcher dadurch, daß er die Revolutiou organisirte, die Revolution beherrschte und den Strom derselben in seinem Bette zurückhielt. Sowie Cavour ein Jahrzehnt hindurch verhinderte, daß die Pläne Mazzini's das Etnhcitswerk Italiens durch ein allgemeineres Ueberhandnehmen einzelner Aufstände gefährdeten, schützte er auch zuletzt noch Garibaldi vor sich selbst, indem er ihn abhielt, das Resultat seiner eigenen Großthaten unbedachtsamer Hast und ausschweifenden Hoffnungen zu opfern. Kopf und Herz gerathen so oft in Widerstreit. Das Herz Italiens ist aber Garibaldi, und der Kopf hat seine Augen mit dem Tode Cavours geschlossen, dessen Intelligenz glücklicher Weise schon bei seinen Lebzeiten einen so großartigen Einfluß auf seine begabteren Landsleute ausgeübt hat, daß eine Verleugnung seines Beispiels wohl nicht zu besorgen ist. Gleicht doch selbst die Versöhnung, welche noch kurz vor diesem verhängnißvollen Todesfälle zwischen Cavour und Garibaldi stattfand, einer trostreichen und bedeutsamen Verheißung, daß die Politik des hingegangenen Staatsmannes an dem gemüthsreichen, für solche Eindrücke besonders empfänglichen Garibaldi, keinen Ggner haben wird, und für die fernere Durchführung des begonnenen Werkes bürgt eine Anzahl von Staatsmännern, auf welche jedes Land stolz sein könnte. Was mag Kardinal Antonelli bei dieser Todesnachricht empfunden haben? WasFranzlt.? Die Reaktion wird in Süditalien das Haupt vielleicht wieder etwas kühner erheben; aber der politische Instinkt, durch welchen sich das italienische Volk vor allen anderen auszeichnet, wird es gerade in Folge dieses Trauerfalls vor neuem Zwiespalt und Faktionen bewahren, und selbst Mazzini wird die Verhältnisse kalt und besonnen genug auffassen, um seine Parteigänger vor jedem unklugen Schritte zu warnen, — jetzt, wo man von