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InteMgenz-Blatt der freien Sindt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthau sgasie 21.)

M 132. Donnerstag den 6. Juni

1861.

Ueberblick der GreLgniM im Webiete der politischen und Materiellen Interessen.

Frankfurt, 6. Juni (Zur Situation.) Wenn man die Situation genau überschaut, so kann man wohl aus voller Ueberzeugung der letzten Erklärung Lord John Ruffels beipfltchten und mit Seiner Herrlichkeit erklären, daß man am politischen Hori­zont keine bedeutende sturmdrohende Wolke zu erblicken im Stande ist. Die syrische Angelegenheit scheint sich, und zwar mit Recht nach den Lintamenten auszugleichen, die von Frankreich vorgeschlagen und von den übrigen Conferenzmitgliedern mehr und mehr als die den wirklichen Sachverhältnissen angemessenen betrachtet zu werden beginnen. Um Syrien zu beruhigen, bedurfte es einer Centralautorität in diesem Gebirgslande. Allein es war nicht gleichgültig, ob dieselbe unter der höheren Leitung eines türkischen Pascha's in Bairuth oder Damascus, oder in direktem unbedingten Zusammenhänge mit der kaiserlichen Regierung zu Constantinopel stand. Im ersten Falle lief das christ­lich-syrische Element Gefahr, vom türkischen Fanatismus, welcher sich noch bei den tür­kischen Statthaltern in den Provinzen breit machen kann, erdrückt zu werden; im zweiten Falle hingegen dürfte der christliche Culturtrieb von Syrien von der breiteren, liberaleren Auffassung der Constantinopolitanischen Regierung mehr Anerkennung und Schutz er­warten. Diese letztere Alternative scheint sich nun zu verwirklichen. Es mußte aber zu­gleich die Crntralregierung in Syrien selbst eine christliche, und wo möglich eine dem Gebirge entsprossene nationale sein. Daß vielfache Candidaten aufstehen würden, war vorauszusehen, und es war also von den Europäischen Cabinetten ein Gebot der Klugheit sich nicht für eine subjective Candidatur, sondern nur für die objectiven Be- Äen der Wahl der letzteren energisch auszusprechen. Diese von den Regeln der t und der nationalen Jndependenz gebotenen Berücksichtigungen sind von Frank- reich" mit Nachdruck in das rechte Licht gestellt und von den übrigen Cabinetten mehr und mehr nach ihrem inneren Werthe gewürdigt worden. Es ist jetzt Hoffnung vor­handen, den Ausbrüchen der fanatistrten Menge vorerst Einhalt thun zu können. Zeit scheint somit gewonnen zu sein, es wäre aber eine Selbsttäuschung, mehr als dieses von einem der Vergangenheit angehörigen, von den neueren Culturideen allerseits aber an­gegriffenen Staate erwarten zu können. Ein Land, welches dem Rechte, das heißt der Verwirklichung der unserer Zeit angemessenen freisinnigen Ideen nichts als Passivi­tät und phlegmatische Unwissenheit entgegenzusetzen vermag, kann einem mathematischen Gesetze zu Folge, gewaltsamen Erschütterungen auf die Länge niemals entgehen. Frank­reich hat momentan diesen Erschütterungen vorgebeugt; aber ihnen einen beständigen zeitgemäßen Damm entgegenzusetzen, vermag nur ganz Europa, und Europa selbst