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Intelligenz-Blatt der freien MaSt LrâfM, /fS verbunden mit bem Amtsblatt, Organ der Riesigen StaatSbehörd r«, ââ^W und den ^rankiurler Nachrichten als Exirâeiläge.

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* (Expedition: am Gekstpsörrchen, Schlachthauszaffe âl.)

130. Dienstag den 4. Juni 1861.

UeberbliS der Creiguiffe im Gebiete der politische« u«d materielle« J«Leresse«.

Frankfurt, 4. Juni (Die preußische Flotte.) Für das Seewesen existirt in Preußen bei weitem nicht jenes lebhafte und warmeJntereffe, wie für das Landheer. Eine Flotte fordert einen mühevollen, uninteressanten Dienst und hat für junge Aspiranten von Geburt und Ehrgeiz im Ganzen sehr wenig Verlockendes. Man führt in der Regel ein langweiliges und oft ein beschwerliches Leben auf den Schiffen. Nach dem Flottendienst wird nie ein solches Gedränge stattfinden, wie nach der Karriere im Landheere. Seit Jahrzehnten hat man nicht bloß von dem Bedürfnisse, sondern auch von der Nothwendigkeit einer tüchtigen Flotte als Vertheidigungs- und Angrtffswaffe gesprochen; aus den Berathungen des preußischen Abgeordnetenhauses aber ersehen wir, daß man noch nicht einmal mit dem Begründungsplan fertig ist. Alles, aber geradezu Alles befindet sich noch im Provisorium. Preußen hat den Jahdebusen als Kriegshafen der Zukunft; aber es ist immer noch nicht ausgemacht, ob er auch wirk­lich zu einem Kriegshafen taugen wird. Gesetzt aber, er taugte dazu, so hilft das vorläufig wenig, da es Hannover nicht hinläßt. Der Bundesstaat Hannover gibt es nämlich nicht zu, daß sich Preußen vermittelst einer Eisenbahn durch hannover­sches Gebiet mit seiner, im Oldenburgischen erworbenen Besitzung in Verbindung setzt. Der Kriegsminister v. Roon, welcher bekanntlich auch Cbef des Seewesens ist, bemerkte: „daß die Jahdedahn noch nicht zu Stande gekommen, liegt nicht in dem guten Willen der Regierung. Es ist schwierig, die entgegenstehenden Hindernisse zu überwinden." Hannover, ein integrirender Bestandtheil des deutschen Bundes, hat also ein specielles Interesse, daß Preußen von seiner Station am Jahdebusen abgeschnitten bleibt, welche von allgemein deutschem Interesse sein soll. Außer dem Jahdebusen wird noch der Jas- munder Bodden der preußischen Insel Rügen genannt, wogegen von anderer Seite Widerspruch erhoben wird, weil sich derselbe nur zu einem Hafen für Handelsschiffe eigne. Warum hat denn kein Redner des schönen Hafens von Kiel gedacht? Der ist dänisch? Nein! Er ist holsteinisch, also deutsch, und es kann gar nicht schaden, daß man von nicht officieller Sette so oft als möglich auf die Nothwendigkeit seines Besitzes für Preußen zurückkommt. Sowie die Italiener Rom schlechterdings zur Hauptstadt haben müssen, so kann Preußen nicht eher ruhig sein, als bis es in den Besitz des schönsten und bedeutendsten deutschen Kriegshafens ist, und das ist Kiel. Wir sind weit entfernt, dem jetzigen Ministerium den höchst mangelhaften Zustand der Preußischen Seemacht schuld zu geben. Das Uebel wurzelt im Boden der vorigen Verwaltung, welche unter