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ZMeMgenz-Blatt der freien Stahl Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Gerstpsörtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 128. Samstag den 1. Juni 1861.

UeberbttS der Ereignisse im Gebiete der politischen und materielle« Interesse«.

Frankfurt, 1. Juni (Der nord am e rikanische Bürgerkrieg.) Es ist an eine Beilegung des bisherigen Zwistes und Zerwürfnisses zwischen den „föderirten" Staaten des nordamerikanischen Südens und der Union nicht mehr zu denken, seitdem der Zwist sich zu einer wirklichen Trennung und das Zerwürfniß zum ernsten Kriege Öert hat. Keine Kongresse und Kompromisse, sondern die Waffen werden über das ck des Südens und die Machtstellung, sowie über die fernere Entwickelung des Republikanismus im Norden entscheiden., Man hat in dem Zerfall der alten Union die Bestätigung der Behauptung finden wollen, daß große Staaten und Ländermassen die republikanische Verfassung auf die Länge nicht vertrügen, und man prophezeit, das Endresultat dieses Krieges werde nach einem allmäligen Abweichen von den demokrati­schen Principien und der unbedingten Anerkennung der Selbstregierung und Selbstver­waltung im Staat und Gemeinde in einer strafferen Regierungsform und endlich in der Einführung der Monarchie bestehen, für welche die Nordamerikaner im Allgemeinen wärmere Sympathieen besäßen, als sie selbst zugeben wollten. Zum Beweise sollen die Vorliebe für europäische Hofsitten, der Respekt für Titulaturen und adelige Namen, so­wie zuletzt der Enthusiasmus dienen, mit welchem voriges Jahr der englische Prinz von Wales in den Hauptstädten der Union ausgenommen und gefeiert wurde. Wir sind anderer Ansicht. Abgesehen von den Liebhabereien der reicheren und fashionablen Gesellschaftsklassen für allerhand Flitter, welche das gemeinschaftliche Merkmal der „guten und vornehmen Gefellschaft" aller Zeiten, aller Länder und aller Himmelsstriche ist, würde keine andere Regierungsform der Welt den tiefen Zwiespalt der Interessen und Verhältnisse, wie derselbe zwischen dem Norden und Süden seit vielen Jahrzehnten bestand, so lange ertragen haben, als die republikanische. Weder in einer absoluten noch konstitutionellen Monarchie war ein solcher Widerstreit auf die Dauer möglich, und wir hegen die feste Zuversicht, der Ausgang des Streites wird eine glänzende Rechtfer­tigung des republikanischen Princips sein, welches durch die Südstaaten mit hartnäckiger Konsequenz gefährdet wurde. Die Südstaaten mit ihrer Sklavenbevölkerung stehen dem Nor­den an Bildung, Industrie, Gemeinsinn und Hülfsmitteln außerordentlich nach, so daß es bei dem nicht mehr vermeidlichen Zusammenstöße der Streitkräfte, welche die feindlichen Parteien ins Feld führen, wohl kaum einem Zweifel unterworfen ist, auf welche Seite sich der Sieg nei­gen wird. Die Pflanzer, ohne alle Ausnahme Sklavenbesitzer und Sklavenzüchter, benutzten die Demokratie, zu welcher sie sich halten, um die Republik und deren Grundsätze, wo eS nut immer anging, zu verhöhnen und ihr« Neigung für ein oligarchisches, d. h, für ein