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der freien MM Frankfurt verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Gekstpförtchen, Schlachthansgasse 21.)

M 119. Dienstag den 21. Mai 1861.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materielle« Interesse«.

Frankfurt, 21. Mai. (Zur syrischen Frage.) Wir lesen in einem schle­sischen liberalen Blatte: „Die Debatten des französischen Senats sind selt­samer Weise eigentlich im ganzen Continente von Europa die einzige Kundgebung des durch die Abschlachtungen in Syrien empörten Menschlichkeitgefühles. Es ist leider eine traurige Wahrheit, daß bei uns in Deutschland, dem Lande des vielen Schrei­bens und des vielen Redens, weder der Nationalverein, noch die verschiedenen liberalen Schattirungen der parlamentarischen Kreise, es für zweckmäßig erachtet haben, gegen dieses Verbrechen an der Menschheit zu protesttren. Es fehlt leider sogar nicht viel, daß man den Schwierigkeiten, welche von dem durch Eifersucht und Eigennutz geblendeten England dem entschlossenen Wirken Frankreichs entgegengesetzt worden, Beifall zujauchzt. Wir find aber der Meinung, daß sich unser Deutschland geehrt hätte, trotz aller Ver­schiedenheit der Ansicht über den Rheinstrom, mit Frankreich eine einstimmige ener­gische Ansicht über den syrischen Blutstrom auszusprechen. Der deutsche Bund hat seiner Zeit von Philhellenismus geschwärmt, als Marco Bozzari sich mit albanesischen Söldlingen in den epirischen Bergen herumtummelte, und der Fall Miffolunghi's hat unsern deutschen Jungfrauen Thränen aus den Augen gelockt. Daß aber hunderttausend Menschen in drei Tagen von einem fanatisirten Pöbel mij: heimlicher Belobung der tür­kischen Autoritäten geschlachtet wurden, soll diese Hekatombe unser Deutschland kalt finden? Und sollen aus Angst, daß Frankreich sich etwa um einige Meilen dem indischen Colo­nialgebiete von England yähere, alle Quellen des Mitleids und der Sympathie in unserem ganzen Umkreise der deutschen Gebiete austrocknen? Nein sagen wir, nein es wäre jetzt gerade die Gelegenheit zu sagen gewesen: Unser Vaterland muß größer setnl Warum schickt der deutsche Bund keine Hülfstruppen, um mit Frankreich vereint die Ehre der christlichen Fahne hoch empor zu halten? Und um ernst zu reden, wäre es nicht am Platze gewesen, einmal Preußische Waffen in Asien erscheinen zu lassen ? Würde es nicht in ganz Europa wiedergehallt haben, wenn unsere Preußi­schen Spitznadelgewehre auch einmal im Libanon und Antilibanon ertönt wären? Wir sind der unmaßgeblichen Meinung, daß solche Melodiken Deutschlands Ruf und Deutsch­lands moralische Autorität stärker und fester in Europa gegründet hätten, als die ewigen Zänkereien über innere kleinliche Angelegenheiten. Wir hoffen, daß nach der Abreise des fran­zösischen Corps die Ruhe in Syrien nicht wieder gestört werde. Die Gewißheit, daß Frankreich sehr bald wiederdort erscheinen dürfte, wenn ein neues Blutbad angerichtet würde, wird die jür-