Zntelltgenz-Blatt
der freien Fèadi Frankfurt,
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,^' und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtcheu, Schlachthausgasse 21.)
â 100. Samstag den 27. April 1861.
Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fL 80 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Linrückungsgebübren: 6 fr. kür die game, 3 fr. für die qesvaltene Zeile.
Ueberblèek der Ereignisse im Gebiete der politischen und materielle« Interessen.
Frankfurt, 27. April. Der konservative Heralv beobachtet über Lord Ellen- borough's und Lord Derby's Reden das tiefste Schweigen, und läßt sich dafür in seinem leitenden Theile über Mr. Gladstone und sein Budget aus. Was letzteres betrifft, so prophezeihen die liberalen Organe, die Vieles daran ausstellen und ferne Ueber- schuß-Verheißungen für nichts weniger als baare Münze nehmen — Organe wie Times und Saturday Revjew (denn Daily News und die Pennyblätter halten es für tadellos) — daß die Gemeinen es mit großer Mehrheit annehmen werden. Die Abschaffung der Papiersteuer ist, Dank der vorjährigen Opposition des Oberhauses eine Ehrensache für sie geworden; und was die gewünschte Herabsetzung der Thee- und Zuckerzölle betrifft, so wird man sich leicht auf das kommende Jahr vertrösten lassen. — Die indische Verwaltung hat, wie verlautet, ein Geschäft mit der Bank abgeschloffen, dessen Wirkungen sich wahrscheinlich auf den conttnentalen Geldmärkten sofort fühlbar machen werden. Sie kaufte ihr nämlich alles Silber ab, das ihr von dem Tauschgeschäft mit der französischen Bank übrig geblieben war. ES wäre dies, dem letzten Bankausweise zufolge, eine Summe von 848,362 Pfd. St., und soll diese in verschiedenen Raten nach Indien verschifft werden. Da für genannte Summe von der Bank statutenmäßig Noten ausgegeben worden waren, wird deren Verkauf dieselbe Wirkung haben als wäre eine eben so große Summe Goldes aus der Bank genommen worden. Wozu aber das indische Ministerium diese große Silbermasse verwenden will, ist vorerst noch Amtsgeheimniß. Silber ist auf dem Londoner Markte schon vorige Woche stärker gesucht gewesen, und wenn die erwarteten, Rimessen aus Mexico nicht bald eintreffen, wird behufs der erforderlichen Silbereinkäufe demnächst wieder mehr Gold nach dem Continent geschickt werden müssen. — In der jüngsten Sitzung des Unterhauses beantragt Duncombe die Vorlegung der Depeschen in Betreff der im vergangenen Jahre nach Galatsch geschmuggelten und durch englische Vermittlung zurückgeführten Waffen. Er beschuldigte die Regierung der Parteinahme gegen Ungarn, Lord I. Russell erklärte, Oesterreich, die Türkei und Fürst Kusa hätten sämmtlich die Wegführung jener Waffen gewünscht, England wünsche ein friedliches Verhältniß Ungarns zu Oesterreich, vermeide aber jedwede Parteinahme, und verweigerte zuletzt die gewünschte Vorlegung der Depeschen.
Duncombe's Antrag ward mit 119 gegen 33 Stimmen verworfen.