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Intelligenz-Blatt

der freien Madi Frankfurt verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,M und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

J!£ 86, Donnerstag den 11. April 1861.

Abonnementspreis für'S halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. LtnrückunaSgebübren: 6 kr. für^ie ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeil«.

VHP- Abonnements bis zu Ende dieses Semesters werden täglich zu ermäßigtem Preise von der Expedition angenommen.

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UederbliS der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 11. April. „In diesem Jahre haben sich in Japan Ereignisse zugetragen, die nicht verfehlen werden, die Aufmerksamkeit namentlich der Seemächte zu erregen. Bekanntlich steht das Feudalwesen in Japan noch in voller Blüthe. Die iapanesische Junkerpartei sieht nun — und vielleicht nicht ohne Grund — in der Er­schließung des Landes für die Fremden, in dem wachsenden Einfluß derselben und in der Hand in Hand hiermit gehenden Aufklärung des Volkes die Nägel zum Sarge der Feudal-Herrlichkeit. Deshalb hat sie längst schon den Fremden den Tod geschworen. Allein die Regierung selbst hat sich doch mit Letzteren schon zu sehr eingelassen, um die Pläne der Kronvasallen ausführen zu können, sie bemüht sich daher nur, die Stellung der Ausländer möglichst zu erschweren. Es scheint, als wenn die Schwierigkeiten, auf welche die preußische Gesandtschaft Anfangs stieß, hieraus sich erklären. Die preu­ßischen Schiffe wurden während der Unterhandlungen abwechselnd nach Jeddo und Ja- kuhama gelegt, während die Gelehrten ihre Sammlungen im Jakuhama-Hotel ordneten und die Künstler die Eindrücke Japans mit Pinsel und Kollodium fixirten. Weihnachten wurde gefeiert, ohne daß das Verhältniß zwischen Preußen und Japanesen irgend gestört worden wäre. Zu den ersten Reibereien gab Folgendes Anlaß. Ein Jakonin (Regie­rungsbeamter) wollte einem Engländer die Flinte pfänden, das Gewehr ging los und der Japanese wurde am Arm schwer verwundet. Ungeachtet der Engländer bestraft wurde, blieb fortan die Stimmung des Volkes gereizt. Die Regierung selbst warnte die Consuln und schickte Truppen mit Geschütz nach Jakuhama. Die Europäer selbst bildeten ein Freiwilligen-Corps, denn an Kriegsschiffen befanden sich damals außer den preußischen nur ein englisches und die holländische Brigg „Kaschelot* in Japan. Dies ermuthigte die Japanesen, den gewiß längst verabredeten Meuchelmord an Herrn Heus- ken, dem Attache der amerikanischen Gesandtschaft, zu verüben. Heusken war für die Ausländer von außerordentlichem Nutzen, als der Einzige, der die Landesverhältnisse genau kannte, fertig Japanesisch sprach und mit den Ministern befreundet war. Er