Einzelbild herunterladen
 

ZuteHigeuzBIatt

der freien Stabt Frankfurt, ^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

"H SamsLüß den 23. Mârz"" 18617

Abonnements auf das Intelligenz- und Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten werden täglich oder vom 1. Vpril beginnend, zu ermäßigtem Semester-Preise von der Expedition angenommen.

UeberMii? der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 23. März. (Zur Situation.) In der Vielfältigkeit der neueren Ereignisse liegt für den aufmerksamen Beobachter eine Lehre, die der beschränkte Horizont gewöhnlicher Politiker selten in ihrer Kraft und in ihrer Wahrheit einzusehen versteht. Es wird nämlich mit den sonst an und für sich ganz vernünftigen Worten „Loyalität" und „Consequenz" in politischen Dingen oft ein sehr beklagenswerther Mißbrauch ge­trieben. Fürst Metternich führte seiner Zeit stets diese Beiwörter den Rathschlägen an, die er den deutschen Cabinetten ertheilte, um sein sogenanntes absolut-monarchisches Princip aufrecht zu erhalten; wir zweifeln gar nicht, daß im türkischen und chinesischen Cabinette ebenfalls die „Loyalität" und die „Consequenz" an die Spitze gestellt wurden, als die ungereimtesten Maßregeln das Blutbad in Syrien veranlaßten o:er die euro­päischen Armeen nach Peking brachten. Es ist eben ein sonderbares Ding mit der Po­litik, und der Mangel an neuen Ideen und an kräftiger Auffassung der flischentstehen- den Zeitverhältnisse bedeckt sehr gern unter dieser Firma seinen unpractischen Starrsinn. Daraus erklärt sich der Widerwille, mit dem die sogenannten „Loyalen" und „Conse- auenten" eine jede neue Richtung in Staatssachen betrachten. Weil der Anfang der Politik, die sie befolgen, vielleicht einmal eine thatsächliche Begründung hatte, glauben diese Kurzsichtigen, daß nie neuere Thatsachen ihren Ausgangspunkt verschieben oder gar unbrauchbar machen könnten. Im Cabinette Marte Theresien's ist gewiß semer Zeit die Preußische Politik, die SLlesieu eroberte, ebenfalls unter demselben Gesichts­punkte betrachtet worden, den man jetzt den Reden des Prinzen Napoleon und des Herrn von Vincke anpassen will. Man hat damals gewiß auch geschrieen, daß alles Völkerrecht mit Füßen getreten worden sei und die Preußische Monarckte sich ganz sicher in den Abgrund stürzen würde, obgleich sie groß aus jenen, Begebenheiten hervorging. Im Laufe der Zeit bieten sich eben für die Fürsten und für die Staaten neue That­sachen dar, die eine Veränderung der sogenannten „consequenten, nur immer an einer Richtung hin treibenden Politik nöthig machen. Zu einem Staatenbunde, wie Europa jetzt einen bietet, wird nach und nach jeder nationale Fortschritt und jede