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Intelligenz-Blatt der freien Stabt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachihausgasse 21.)

Jg 50. Donnerstag den 28. Februar

1861

Ueberblèck der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 28. Februar. (Zur Situation.) Die Stellung der europäi­schen Mächte zur syrischen Frage läßt sich im Allgemeinen dahin bestimmen, daß Frankreich auf der neulichen Conferenz in Parts die Besetzung Syriens durch franzö­sische, resp. noch andere Truppen auf unbestimmte Zeit gefordert hat. Dem gegenüber wünscht England einen kurzen und möglichst genauen Termin der Occupation ange­geben zu wissen, und die Türkei ist natürlich mit diesem Einspruch Englands voll­kommen einverstanden; sie besteht auf der genauen und bestimmten Angabe des Zeit­punkts, an welchem die Franzosen das Land zu räumen haben, falls überhaupt das fernere Verweilen der jetzigen Besetzung für nothwendig erachtet wird. Von Rußland war nichts anderes zu erwarten, als daß, weil es die Lösung der ganzen orientalischen Se je früher je lieber herbeiwünscht, das Verbleiben der Franzosen als stricte Noth- igkeit hingestellt worden ist, wie denn allem Anschein nach in der syrischen Frage das volle Einvernehmen zwischen Paris und Petersburg obzuwalten scheint. Oesterreich muß die Verlängerung der Occupation zu vermeiden suchen, will aber wohl Rußland nicht vor den Kopf stoßen und mit Frankreich nicht in ein ayzu gespanntes Verhältniß treten, weßhalb die ganze syrische Frage dem Wiener Cabinet mit Rücksicht aus seine große Bedrängniß von allen Seiten her sehr ungelegen kommt. Was endlich Preußen anlangt, so steht es aller Wahrscheinlichkeit nach dem Protest Englands nahe; nur hat das Berliner Cabinet zu beklagen, daß es zu Großbritannien nicht in dem ganz richti­gen Verhältniß steht. Letzteres will immer die volle Unterstützung bei seinen eigenen Interessen, ohne doch zu bedenken, daß gute Dienste Gegendienste erheischen. Für Eng­land soll Preußen in der vorliegenden Frage sich rückhaltlos aussprechen, aber England will nichts von genügenden Concessionen in Betreff der dänisch-deutschen Streitfrage wissen, und die Interessen sind doch in letzter Instanz allein ausschlaggebend für alle Politik. — Die Anträge, welche der Militär ausschuß der Bundesversammlung hinsichtlich der Revision der Bundeskriegsverfassung gestellt hat, lauten wörtlich wie folgt: A. Einstimmig beantragt der Ausschuß: Hohe Bundesversammlung wolle beschliessen: 1) daß unter den obwaltenden Umständen von Revision der bestehenden Bundesmatrikel abzpsehen sei; 2} daß die Unterscheidung von Haupt« und Reservecontingent wegfalle und diese beiden Contingente fortan unter der Benen? nung „Hauptcontingent" zusammengefaßt und dem Ersatzcontingent gegenübergestellt werden sollen; 3) daß das Ersatzcontingent von Vs auf Vs % der Matrikel zu erhöhen