Einzelbild herunterladen
 

der freien Stadt Frankfurt, MZ

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,

und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

J£ 44. Donnerstag den 21. Februar 1861.

Uederbliek der Ereignisse im (Gebiete der politischen und materielle» Interessen.

Frankfurt, 21. Februar. (Zur Situation.) Folgendes ist der Wort­laut der Thronrede des Königs Victor Emanuel: „Das freie und fast ganz geeinigte Italien vertraut sich Ihrer Weisheit; es ist Ihre Aufgabe , es zu organisiren. Führen Sie die größten Freiheiten in der Administration ein; aber wachen Sie zugleich darüber, daß die Einheit gesichert bleibe. Die öffentliche Meinung ist Ihnen günstig. Der Kaiser Napoleon hat uns die Woblthaten der Nickt-Jnterven- tion gesichert; jedoch hat er für gut befunden, seinen Gesandten abzuberufen. Dieser Vorgang hat uns lebhaft betrübt, ohne aber unsere Dankbarkeit zu schwächen. Frank­reich und Italien haben bei Magenta und Solferino ein unauflösliches Band geknüpft. England, von Alters her das Vaterland der Freiheit, hat unser Recht der Sebstbestim- mung anerkannt. Wir werden ihm die Stütze, welche es uns durch seine Vermittlung gewährt hat, nie vergeffen. Ein erhabener Fürst hat den Thron Preußens bestiegen. Ich habe einen Botschafter an ihn gesandt, um ihm unsere Sympathien für seine Per­son und die deutsche Nation zu bezeugen. Sie werden meine Regierung darin unter­stützen, die Militärmacht zu vervollständigen. Im Bewußtsein seiner Kraft kann fortan daS Königreich Italien die Rathschläge der Vorsicht befolgen. Meine Sprache war oftmals eine kühne; aber es ist weise, zu rechter Zeit zu warten, wie zur rechten Zeit zu wagen. Italien ergeben, habe ich für seine Sache Leben und Krone aufs Spiel ge­setzt; Niemand aber hat das Recht, die Existenz und das Schicksal einer Nation aufs Spiel zu setzen. Die Einnahme einer gewaltigen Festung hat die Thaten des Heeres und der Flotte würdig gekrönt. Beide, wie auch die Freiwilligen, haben einen Ruhm erworben, welcher dem Land« ein gerechtes Selbstvertrauen einstößt. Mit Genugthuung spreche ich dem ersten Parlamente Italiens als König und Soldat meine Freude darüber aus." — Wie in diplomatischen Kreisen erzählt wird, sollen von England und Frank­reich ausführlich gehaltene Denkschriften an das Kopenhagener Cadtnet abgegangen sein, worin diesem aus das Nachdrücklichste angerathen wird, einerseits den Forderungen des deutschen Bundes in Betreff Holsteins nachzukommen, und anderer­seits diejenigen internationalen Verpflichtungen zu erfüllen, die es im Jahre 1852 gegen Schleswig übernommen habe. Die beiden Mächte haben Dänemark weiterhin erklärt, daß, falls Deutschland zu einer Bundes-Execution schreiten sollte, die etwa dann von dänischer Seite beabsichtigte Blockade der deutschen Häfen in keinem Falle anerkannt werden würde. Zwischen hier und Kopenhagen sind in letzter Zeit, gutem Vernehmen