Intelligenz-Blatt
der freien Stahl Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Orgiu der Wigeu Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition- am Geistpförtchen. Schlachthan sgasse 21.)
Jtë 34. Samstag den 9. Februar 1861.
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Ueberblick der Ereignisse Lm Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 9. Februar. Die Königin Victoria von England hat die diesjährige Session des Parlaments mit folgender Thronrede eröffnet: Mylords und meine Herren! Mit großer Befriedigung treffe ich wieder mit Ihnen im Parlament zusammen, um Ihre Unterstützung und Ihren Rath in Anspruch zu nehmen. Meine Beziehungen zu den fremden Mächten sind fortwährend freundschaftlicher und befriedigender Art, und ich hege das Zutrauen, daß die Mäßigung der europäischen Mächte jeder Unterbrechung des allgemeinen Friedens vorbeugen werde. Ereignisse von großer Wichtigkeit gehen in Italien vor sich. In dem Glauben, daß es den Italienern frei zu lassen fei, selber ihre eigenen Angelegenheiten zu ordnen, habe ich es für Recht erachtet, keine thätige Einmischung in dieser Angelegenheit auSzuüben. Es werden Ihnen hierüber Papiere vorgelegt werden. Ich zeigte Ihnen am Schluffe der letzten Parlaments-Session an, daß die jüngst in Syrien begangenen Gräuel mich bewogen hätten, mit dem Kaiser von Oesterreich, dem Kaiser der Franzosen, dem Prinz-Regenten von Preußen und dem Kaiser von Rußland, dem Sultan gegenüber, eine Ueber eins unst zu schließen, kraft welcher ihm zur Wiederherstellung - der Ordnung in diesem Theile seiner Staaten eine vorübergehende militärische Unterstützung bewilligt werden sollte. Diese Unterstützung wurde ihm durch ein französisches Truppencorps, das in Vertretung der verbündeten Mächte nach Syrien geschickt wurde, geleistet. Der Sultan hat ferner unter den Befehlen eines tüchtigen Offiziers bedeutende Streitkräfte nach Syrien geschickt, und ich hege die Hoffnung, daß die Ruhe in dieser Provinz bald wieder hergestellt und der Zweck der Uebereinkunft vollständig erreicht sein wird. Ich habe Ihnen ferner am Schluffe der letzten Parlaments-Session angezeigt, daß, da dir friedlichen Anerbietungen, welche mein Gesandter in China der kaiserlichen Regierung in Peking gemacht hatte, zu keinem befriedigenden Ergebnisse geführt hatten, meine Land- und Seemacht, so wie die meines Alliirten, des Kaisers der Franzosen, auf dem Punkte standen, gegen die Nord-Provinzen China's vorzurücken, um die gerechten Forderungen der verbündeten