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Intelligenz-Blatt

der freien Mdl Frankfurt, ^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörd ett, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

"^E^*— -- (Expedition: am Gekstpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

24. Dienstag den 29. Januar 1861.

Abonnementsprets für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montag- Li nrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zelle.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politische« und materiellen Interessen.

Frankfurt, 29. Januar. Die ministerielle „Preuß. Ztg." antwortet in sehr würdiger Weise dem in der politischen Welt Aufsehen erregt habenden Artikel der Turiner „Opinione". Sie sagt: „Unter der Überschrift „Preußische Demonstrationen" bringt die „Opinione," die als das offictöse Blatt des Turiner Cabinets betrachtet wird, einen Artikel, von dessen telegraphisch gemeldetem Hauptsatz unsere Leser mit Erstaunen und Ueberraschung Kennt­niß genommen haben werden. Wir müssen zunächst hervorheben, daß das Turiner Blatt über die in Preußen vorherrschende Stimmung ungenau unterrichtet ist, wenn es von der „Kriegslust der Deutschen" und von feindseligen Demonstrationen gegen Frankreich und Italien spricht. Der Wunsch, daß der Weltfriede aufrecht erhalten werden möge, wird sicher in keinem Land so lebhaft empfunden wie in Preußen, und daraus erklärt eS sich, daß man hier die Elemente, die ihn stören könnten, mit besonders aufmerksamer Besorgniß ins Auge faßt. Da auch die „Opinione" es anerkennt, daß König Wilhelm „in einer außerordentlich schwierigen Zeit" den Thron bestiegen habe, so brauchen wir sie nicht speciell daran zu erinnern, daß es an derartigen beunruhigenden Elementen in Europa zur Zeit nicht fehlt. Sie wird es vollkommen begreiflich finden, daß wir in der von ihr selbst auch jetzt wieder proclamirten Nothwendigkeit, dem österr. Kaiserstaat Venetien zu entreißen, auch nicht gerade eine Friedensbürgschaft zu erblicken vermögen; sie wird ferner über die beunruhigenden Zustände in Ungarn vielleicht noch besser als wir unterrichtet sein; sie wird von der Erregung Notiz genommen haben, welche die polnische Bevölkerung an verschiedenen Orten ergriffen hat. Wenn unter solchen Um­ständen in deutschen Blättern der Mahnruf zur Wachsamkeit sich erhebt und wir es für geboten erachten, den Wirkungen des Ungewitters, das sich möglicherweise in unserer Nähe entladen kann, durch Maßregeln weiser Fürsorge vorzubeugen, so sind solche Aeußerungen und Maßregeln nicht im Entferntesten durch eine unruhige Kriegslust, son­dern im Gegentheil durch ein sehr lebendiges Bewußtsein von dem hohen Werth eines in Sicherheit zu genießenden Friedens eingegeben und bezwecken, die Segnungen dessel­ben uns möglichst lauge zu bewahren. — Gleiche Bewandtuiß hat es mit den angeb- Üchru feindseligen Demonstrationen gegen Frankreich und Italien. Oder könnte es mit Recht al- eine feindselige Demonstration gegen Nachbarstaaten bezeichnet werden, wenn