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Zntelligenz-Blatt

6er freien Stadl Frankfurt, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 22. SamStag den 26. Januar 1861.

Äbonnementspret- für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags Ltnrücknng-gebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 26. Januar. (Zur Situation.) Man schreibt einem „rheinischen Blatte" über die holsteinische Frage aus London: „Mitten in den Hochwollen- den Fluthen der gegenwärtigen Politik bleibt es dem Staatsmanne stets als leitender Grundsatz vorgeschrieben, ein unbefangenes ruhiges Urtheil zu bewahren. Kaltblütigkeit ziemt den Schiffs- und den Staatenlenkern. Auch auf die dänisch-deutschen Ver­hältnisse in Nordalbinien wollen wir diese Doctrin anwenden, und nicht nur Worte, sondern auch Hoffnungen der Beruhigung und des Friedens da signalistren, wo ein großer Theil unserer Collegen in der Presse bis jetzt nur Anlaß zu Staatsumwälzungen und zu Blutvergießen fand. Der Bundesbeschlußvorschlag vom 17. Januar 1861 geht seinem inneren Wesen nach, von der Ansicht aus, daß, wenn auch Dänemark in den deutschen Herzogthümern bis jetzt kein wahres Definitivum begründen konnte, es doch verpflichtet ist, ein erträgliches Provisorium daselbst herzustellen, und er erblickt in dem Patente vom 25. September 1859 eine gewaltsame Ueberschreitung dieses Provisoriums. Der Bundestag drückt dadurch die Idee aus, daß die Execution, die in Aussicht gestellt wird, nicht sowohl dahin zielt, ein Definitivum in Holstein zu erzwecken, als Dänemark durch festes, entschlossenes Auftreten dahin zu bringen, die Bedingung des von ihm ge­störten Provisoriums wiederherzustellen, und zu beweisen, daß es wenigstens den ehr­lichen Willen hat, ein zweckmäßiges Definitivum vorzubereiten. Dänemark hat es jetzt in seiner Hand, die Schicksale der Ostseeländer in eine bewegte oder in eine ruhige Strö­mung hinzuleiten. In seiner Toga liegen jetzt die Würfel des Friedens und des Krieges. Holstein ist der Cirkel jenes alten römischen Diplomaten, aus dem die dänische Regierung nicht heraustreten kann, ohne schon im nahenden März den Gott des Krieges über ihre reichen Gefilde brausend und zerstörend dahin stürmen zu sehen. Es fragt sich nun, ob Dänemark, wie es gewisse heißblütige Leute in Kopenhagen glauben, wirklich Nutzen davon hat, sich-diesem gerechten Wunsche des Bundestags zu widersetzen. Uebersehen wir die Folgen des Nachgebens und die Folgen des Widerstandes. Gibt Dänemark nach, weiß es durch conciliantes Wesen von den holsteinischen Ständen auf irgend eine Weise die Ratification der unerlaubt erhobenen Steuern zu erlangen, bietet es diesen Ständen selbst für die Zeit eines Interims solche Bedingungen einer finanziellen