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Intelligenz-Blatt

der freien Kadi Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Jg 308. Samstag den 29. December 1860.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 29. December. Die Ergebnisse der Zollvereinseinnah­men für die drei ersten Quartale des laufenden Jahres liegen nun vor und zeigen eine erhebliche Besserung. Während nämlich die Einnahmen für das erste Halbjahr jener in den vorhergehenden fünf Jahren nachstand, haben sich jene für drei Quartale wenigstens gegen 1859 nicht unerheblich gebessert. Es betrug nämlich die Bruttoein­nahme 17,617,824 Thlr. gegen 17,156,353 Thlr. im Jahr 1859. Die Eingangsabgaben allein betragen 17,136,562 Thlr. oder 470,864 Tblr. mehr, die Ausganqsabgaben 165,088 Thlr. oder 38,490 Thlr. weniger, die Durchgangsabgaben 317,217 Thlr. oder 30,140 Thlr. mehr. Die Ausgangsabgaben erreichten den Durchschnitt der letzten Jahre und waren 1859 außergewöhnlich stark. Die Durchfuhrabgaben sind größer gewesen, als in den letzten vier Jahren, und stehen blos jenen von 1855 nach. Betrachten wir die einzelnen Länder, so liegen natürlich die Verhältnisse anders, denn die Einfuhrab­gaben in Sachsen, Hannover, Würtemberg, Bayern und beiden Hessen sind erheblich gestiegen, sogar jene von Baden stärker als vor 1858. Einen stärkeren Ausgang zeigt blos Sachsen, und zwar war er zuvor nie erreicht worden. Die Durchfuhr war größer in Sachsen, Hannover, Baden, Preußen und Bayern, und beweist, daß die Durchfuhrzölle doch nicht so nachteilig gewirkt haben können. Die Durchfuhrzölle von Luxemburg haben freilich in Folge der Eisenbahneröffnung etwas zugenommen, aber ihr Betrag von 639 Thlr. stimmt nicht mit dem von Bremen erhobenen Geschrei überein, daß jene Eisenbahnen den tranfit vom Rhein und der Weser abziehen. Für dieselbe Zeit liegen auch die Nachweisungen über die von den nordostdeutschen Staaten erhobenen Steuern von Branntwein vor. Es gingen an Branntweinsteuer 6,166,41l Thlr., an Uebergangs- steuer von Branntwein 5709% Thlr. ein. Davon fallen 5,656,540 Thlr. auf Preußen und die dazu gerechneten Enclaven, 453,828 Thlr. auf Sachsen und 61,759 Thlr. aus Thüringen. Vom 1. Januar bis Ende August wurden von Zuckerfabriken 14,522,190 Ctr. Rüben mit 3,455,080 Thlr. versteuert, gegen^17,346^479 Ctr. und ^^20 Thlr. in der gleichen Zeit 1859. Nach Preußen und Braunschweig fällt hiervon der höchste Betraa auf Baden. — Die englische Ausfuhr im October 1860betrug 11,232,181 L. gegen 10,717,873 L. im October vorigen Jahres. Die Gesammtausfilhr her ersten neun Monate des Jahres 1860 war 112,956,527 8. gegen 108,755,184 8. tm ent- treckenden Zeitraum des vorigen Jahres. Die diesjährige Verniehrung betrifft na­mentlich Baumwollengarn und Baumwollenmanufacturen, lK"revorzugswelse nach Por­tugal, Italien, Aegypten, Brasilien und dem britischen Ostindien, während für d s