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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, ^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, â^^^M.E und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

^ 300. Dienstag den L8. December 1860.

UeberbliS der Greignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, t8. December. Die Preußische Zeitung schreibt über einen heraufziehenden neuen Conflict mit Dänemark: Die jüngsten Verhandlungen des dänischen Reichstages, namentlich des FolkethingS, sind nicht ohne Interesse und verdienen, zumal da in Folge der letzten Abstimmung des Folkethings eine Minister- Krisis sich ankündigt, auch außerhalb des Königreichs Dänemark beachtet zu werden. Ohnehin ist der Gegenstand, über welchen sich eine Differenz zwischen dem Ministerium und der Volksvertretung erhoben hat, in hohem Grade charakteristisch für die politischen Anschauungen und die gegenwärtige Stimmung des dänischen Volkes. Es handelt sich um die Frage, ob der voraussichtliche Verlust der sich bei dem Bau einer jütischen Querbahn ergeben wird, von der Sasse des Königreichs oder von der Sasse Les Ge- sammtstaates getragen werden soll. Das Ministerium ist der ersteren, das Folkething der letzteren Ansicht. Wer nur einen flüchtigen Blick auf die Karte wirft, wird sich leicht davon überzeugen, daß die einzig verständige Entwicklung, die Lem Eisenbahn- System der cimbrischen Halbinsel gegeben werden kann, darin besteht, daß die bereits von Hamburg über Rendsburg bis Flensburg reichende Eisenbahn nach Norden etwa bis an den Lymfjord verlängert, und daß also Jütland vermittels einer solchen von Norden nach Süden sich erstreckenden Längenbahn mit seinem natürlichen Marktplatze, mit Hamburg, verbunden werde. Selbst die Dänen können sich dieser Einsicht nicht verschließen; aber gleichwohl haben sich namentlich die Jnseldünen stets mit der größ­ten Consequenz einer jütischen Längenbahn widersetzt. Schon unter Christian VIII. ward wiederholt die Concession zur Verlängerung der Eisenbahn nach Norden beantragt; al­lein obgleich die großen Vortheile, welche daraus für den Verkehr selbst den dänischen Provinzen erwachsen mußten, augenscheinlich waren, so wurden doch alle solche Anträge beharrlich abgeschlagen. Ma« war in Dänemark der Ansicht, daß eine solche Bahn einerseits die Gravitation der Halbinsel nach dem Süden hin vermehren, andererseits das Nebergewicht des deutschen Elements in Schleswig verstärken und dessen ohnehin unablässiges Vordringen nach Norden erleichtern würde. Allein Jütland durfte doch nicht ganz gegen See­land vernachlässigt werden. So kam man aus die abenteuerliche Idee, eine jütische Querbahn zu bauen, welche von Osten nach Westen quer über die jütische Haide läuft und das Kattegat mit der Nordsee verbindet. Obwohl jeder Verständige von vorn herein einsah, daß eine solche Bahn ganz «rmütz sei und nicht einmal die Betriebskosten würde decken können, so wurde dennoch vor drei Jahren der Gesetzentwurf wegen Herstellung dieser Querbah»